PrEPen for Crisis – prophylaktisch antifaschistisch
Während rechte Broligarchen Bunker bauen und so mancher Cis-Mann vom eigenen autarken Hof träumt, fragen wir uns: Wer rettet uns eigentlich vor denen?
Die Miseren, die auf uns zurasen, könnten vielfältiger nicht sein. Überall wird gekürzt, der Sozialstaat demontiert und grundlegende Arbeitsrechte in Frage gestellt – Prekarität soll uns arbeitswillig machen. Die Grundlagen unseres Lebens werden verpulvert und unsere Körper und Geschlechter für Kriegslogiken gefügig gemacht. Für die Dauerüberwachung unserer Bewegungen wird jede Weiche gestellt. Auf Aktivismus hagelt es Repressionen. Nationalstaatliche Grenzen sollen in Zukunft mit noch mehr Brutalität gefestigt werden.
Wir sind ohne Frage Erb*innen beschissener Zustände, aber in unserer queeren Geschichte gibt es genauso auch Keimlinge einer besseren Welt. Der Verweis auf das Medikament PrEP, das vor HIV-Infektionen schützt, in unserem Motto ist also kein Zufall. Denn während der AIDS-Krise der 1980er Jahre wurde Trauer, Wut und Angst kollektiviert und in Taten umgesetzt. Wo sich Queers nicht auf den Staat oder bestehende Gesundheitsstrukturen verlassen konnten, wurde Pflege gemeinschaftlich organisiert und in direkten Aktionen der Status Quo umgeworfen. Hier und anderswo sehen wir Herde der Hoffnung dafür, wie wir überleben, wenn wir zusammen stehen.
Wir haben keine vorgefertigten Allheilslösungen, die die Widersprüche unserer Zeit final knacken könnten. Aber eins wissen wir: Wir wollen uns von den Krisen nicht verhärten und spalten lassen. Vorbereitet zu sein auf das, was schon da ist und das, was noch kommt, bedeutet Bande aufzubauen, die auch durch beschissene Zeiten halten. Nur indem wir einander stärken, einander halten und aushalten, können wir Widerstand organisieren.
Die beste Immunisierung gegen die Faschisierung und autoritäre Wende unserer Gesellschaft sind starke Communities, die füreinander Verantwortung übernehmen, die Konflikte bewältigen und Wissen teilen. Lasst uns also gemeinsam Netze der Fürsorge und Zärtlichkeit knüpfen, die uns auffangen, wenn es der Staat nicht für nötig hält.
Für resiliente queere Communities! Für ein gutes Leben für alle!