Solidarität mit Maja – free all Antifas!

Am 4.2.2026 wurde im budapester Schauprozess gegen Maja T. und zwei andere Antifaschist*innen das Urteil verkündet: 8 Jahre Haft unter verschärften Haft- und Sicherheitsbedingungen. Wir stehen an der Seite der Angeklagten und kritisieren den politischen Verfolgungswillen des ungarischen Staats. Wir fordern die Freilassung von Maja, die Rückführung nach Deutschland und ein Ende der politisch motivierten Kriminalisierung von antifaschistischem Engagement!

Wir dokumentieren unseren Redebeitrag von der Solidemo in Dresden und möchten euch auch Majas tolle Rede zum Prozessende vor Gericht zum Nachlesen an’s Herz legen!

Maja ist noch immer nicht zuhause. Maja wurde rechtswidrig ausgeliefert und wird einem Schauprozess ausgesetzt. Dabei wurde Majas Schuld für Anklage, Presse und Öffentlichkeit schon längst entschieden, bevor heute das ungerechte Urteil gefallen ist.

Maja wird als Antifaschist:in verfolgt. Gleichzeitig gehen Faschisten auf die Straße und geben offen zu, dass sie nicht weniger als den Tod ganzer Menschengruppen wollen. Gleichzeitig planen Faschisten immer wieder den bewaffneten Umsturz unseres Staates und bauen ihn jetzt schon von innen um. Gleichzeitig billigt eine bürgerliche Regierung tausende Tode im Mittelmeer, die schon heute jeder rechtsextremen Vernichtungsphantasie gerecht werden. Diese Gleichzeitigkeit macht uns krank.

Wir haben noch dazu Angst um Maja. Maja muss als queere und non-binäre Person in einem zutiefst queer-feindlichen System die Haft ertragen. In Ungarn werden Informationen über queere Menschen als Propaganda bezeichnet und ihre Verbreitung eingeschränkt. CSDs wurden verboten und ein Gesetz erlassen, welches es ermöglicht, homosexuelle Paare anonym bei den Behörden zu verleumden. Ebenso hat Ungarn die Verfassung so geändert, dass ein Mensch ausschließlich als Mann oder Frau definiert werden darf. Der Staat entrechtet damit intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen. Dies ist ein fundamentaler Angriff auf die Selbstbestimmung der eigenen Identität.

Maja wird unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt, die demütigen und brechen sollen. Zu Recht wird Isolationshaft als weiße Folter bezeichnet. Der systematische Entzug von menschlichem Kontakt hinterlässt keine körperlichen, sehr wohl aber enorme psychische Spuren. Nur zwei Stunden im Monat dürfen Familienangehörige Maja besuchen. Im Knast soll Majas Verbindung zur Welt abgeschnitten werden. Sogar der Horizont, den man durch das Fenster im Knast kaum sieht, wurden Maja genommen. 

Wir lassen das nicht zu. Wir sind heute laut, damit die Mauern, die uns und Maja trennen, für einen Moment einbrechen. Jeder Brief in den Knast, jedes Free Maja, jede Demo, jeder gefüllte Platz im Gerichtssaal ist ein Moment der Solidarität, der seinen Weg durch die kleinsten Spalten in den Knast findet.

Unsere Solidarität gilt Maja, aber sie gilt auch den anderen Angeklagten im Budapest-Komplex. Free Hanna, Zaid, Paula, Emilie, Nele, Moritz, Clara, Free Luca. Und unsere Solidarität gilt auch allen anderen Gefangenen, die hier und anderswo für Industrien schuften, in Ersatzfreiheitsstrafen ihre Armut absitzen und durch den Knast aus dem Leben gerissen werden. 

An alle, die zuhören und zweifeln, dass der Schauprozess gegen Maja sie etwas angeht. An alle die zuhören und zweifeln, dass ungerechte Prozesse und unmenschliche Zustände in Knästen sie etwas angehen. Euch möchten wir sagen, dass wir alle mit jeder Ungerechtigkeit und jeder Peinigung mitgemeint sind. Jeder Angriff auf die Rechte und die Würde von Gefangenen greift auch unsere Rechte und unsere Würde an. Der Deutsche Staat hat in der Auslieferung von Maja seine eignen Regeln gebrochen – was hält ihn ab, es wieder zu tun, bei dir und bei mir? 

Es gibt darauf nur eine Antwort: Stehen wir zusammen, um diese Angriffe gemeinsam abzuwehren!

Free Maja, free all antifas, free all prisoners!