{"id":300,"date":"2022-03-11T22:31:47","date_gmt":"2022-03-11T20:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?p=300"},"modified":"2022-03-11T22:31:48","modified_gmt":"2022-03-11T20:31:48","slug":"rede-am-8-maerz-auf-der-demo-zum-feministischen-kampftag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/2022\/03\/11\/rede-am-8-maerz-auf-der-demo-zum-feministischen-kampftag\/","title":{"rendered":"Rede am 8. M\u00e4rz auf der Demo zum feministischen Kampftag"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kriege, Krisen und Communities.<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie gerne w\u00fcrden wie heute gemeinsamen einen utopischen, empowernden feministischen Kampftag feiern. Zusammen mit euch, unseren Freund*innen und Genoss*innen auf der ganzen Welt. Wir haben gesehen, wie durch die Einschr\u00e4nkungen und gesellschaftlichen Verwerfungen in der Pandemie die queere Infrastruktur ausgetrocknet ist. Wie pers\u00f6nliche Kontakte und der gegenseitige Austausch gelitten haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Queer Pride haben wir uns gedacht: Wir m\u00f6chten eigentlich Mut machen f\u00fcr einen Neuanfang. Mut zur Sichtbarkeit und lautem Einmischen, Motivation f\u00fcr aktive Community und Kraft f\u00fcr Neuanfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ein Neuanfang w\u00e4re dringend n\u00f6tig, um die schleichende Verengung von Geschlechterrollen w\u00e4hrend der Pandemie wieder aufzubrechen. Um dem drohenden Backlash gegen trans Menschen in der feindselig gef\u00fchrten Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz entgegen zu treten. Um nicht den regressiv-verklemmten \u201eNormalzustand\u201c wieder herzurichten, sondern emanzipatorische Vorhaben zu planen, durchzusetzen und zu feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch chauvinistische Kriegstreiberei, autorit\u00e4rer Gro\u00dfmachtpolitik und abscheuliche Kriegsverbrechen werfen ihre dunklen Schatten weiter auf die Menschheit. Und das k\u00f6nnen wir in unserem Beitrag nicht ignorieren. Dennoch d\u00fcrfen wir den Mut nicht verlieren. Erheben wir weiterhin unsere Stimmen f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit!<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Redebeitrag ist ein Aufruf f\u00fcr queere Solidarit\u00e4t mit den Menschen in der Ukraine und gleichzeitig eine Anregung daf\u00fcr, wie diese praktisch aussehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir verurteilen Putins Angriff auf die Ukraine und m\u00f6chten zur Solidarit\u00e4t aufrufen. Nicht mit einem Nationalstaat, nicht mit einer Armee, und auch nicht zur soldatisch-heroischen Aufopferung f\u00fcr irgendein Heimatland. Denn Kriege beendet man nicht durch die gleiche Logik, die sie ausgel\u00f6st haben. Nein, wir rufen auf zur Unterst\u00fctzung derer, die von politischer Entrechtung und physischer Vernichtung bedroht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>In Kriegs- und Krisenzeiten leiden marginalisierte Menschen immer am st\u00e4rksten. In der Ukraine betrifft das ganz besonders die LGBTIQ*-Community. Seit knapp 30 Jahren k\u00e4mpft die queere Bewegung dort unabl\u00e4ssig f\u00fcr Menschenrechte. Und ja, diese Bewegung war und ist bitter n\u00f6tig, auch gegen die Intoleranz von Teilen der Mehrheitsbev\u00f6lkerung und gegen den Widerstand der Regierung. Bevor der Krieg begann gab es parlamentarische Debatten um ein Gesetz gegen Hassverbrechen. Es gab Initiativen f\u00fcr die \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare. Es gab viele R\u00fcckschl\u00e4ge, aber auch einige Erfolge. Doch nun drohen die hart erk\u00e4mpften Freir\u00e4ume in der Ukraine im Handumdrehen beseitigt zu werden. Die brutale Verfolgung von Homosexuellen in Tschetschenien k\u00f6nnte ein grausames Comeback erleben. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden!<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch in Russland wird sich die andauernde Diskriminierung queerer Menschen weiter versch\u00e4rfen. Hinzu kommt die Verfolgung von Journalist*innen und Aktivist*innen im Exil. Viele von ihnen haben Angst, auf Todeslisten der russischen Geheimdienste zu stehen und nach einer erfolgreichen Invasion gejagt, gefoltert, get\u00f6tet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aggression nach au\u00dfen und Repression nach innen sind zwei Seiten der gleichen chauvinistischen, autorit\u00e4ren Politik von Putin und anderen Diktatoren. Dieser m\u00fcssen wir unsere entschlossene Solidarit\u00e4t entgegen stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Jahr steht das 10-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Kiev-Pride an. Wir hoffen, dass der Angriff bald eingestellt wird, der Krieg schnell wieder vorbei ist. Wir tr\u00e4umen davon, dann mit unseren Freund*innen f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige, f\u00fcr eine freie Zukunft auf die Stra\u00dfe gehen zu k\u00f6nnen. Doch wir bef\u00fcrchten das Schlimmste. Sorgen wir daf\u00fcr, dass allen vom Krieg betroffenen Menschen jede erdenkliche Unterst\u00fctzung zuteil wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg in der Ukraine beweist erneut, wie wichtig emanzipatorische Netzwerke sind, die \u00fcber nationale Grenzen hinaus denken. Die Prague Pride koordiniert Hilfe bei der Ausreise, \u00dcbersetzung und Unterk\u00fcnfte. GenderZ aus der Ukraine koordiniert humanit\u00e4re Hilfsma\u00dfnahmen. Die Kiev Pride sorgt sich nicht nur um Verteidigungsma\u00dfnahmen vor Ort, sondern baut auch politischen Druck auf, damit trans Frauen unabh\u00e4ngig vom Status ihres Passes ausreisen d\u00fcrfen. Hier zahlt sich auch die Arbeit der Kontaktgruppe Munich Kyiv Queer aus, die 2012 gegr\u00fcndet wurde, um sich f\u00fcr die Menschenrechte von homo-, bi-, trans* und inter* Menschen in der Ukraine einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Bem\u00fchungen sollten wir aufgreifen und unterst\u00fctzen. Politisch, praktisch und finanziell. Der Kapitalismus und seine Krisen legen uns dabei immer wieder Steine in den Weg. Doch wir kommen nicht weiter, wenn wir uns davon entmutigen und einsch\u00fcchtern lassen. Es muss uns darum gehen, unsere queeren Netzwerke langfristig zu st\u00e4rken. R\u00e4umen wir die Steine weg und bauen daraus neue Br\u00fccken!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr echte Emanzipation brauchen wir mehr als nur ein neues Selbstbestimmungsgesetz &#8211; wir brauchen ein Ende von Diskriminierung, Ausbeutung und Krieg!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen nicht nur reagieren und Schlimmeres abwendenden, sondern f\u00fcr das bessere Leben f\u00fcr alle eintreten. Nicht nur in Dresden, nicht blo\u00df in Deutschland, nicht allein in Europa, sondern auf der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Freiheit, Selbstbestimmung und Solidarit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p>Und alle rechten, reaktion\u00e4ren, chauvinistischen Kr\u00e4fte, die uns weiter unterdr\u00fccken wollen, sollten sich eines ganz genau merken:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>we will never stop the fight, for our freedom and our rights!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriege, Krisen und Communities. Wie gerne w\u00fcrden wie heute gemeinsamen einen utopischen, empowernden feministischen Kampftag feiern. Zusammen mit euch, unseren Freund*innen und Genoss*innen auf der ganzen Welt. Wir haben gesehen, wie durch die Einschr\u00e4nkungen und gesellschaftlichen Verwerfungen in der Pandemie die queere Infrastruktur ausgetrocknet ist. Wie pers\u00f6nliche Kontakte und der gegenseitige Austausch gelitten haben. 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