{"id":1120,"date":"2024-05-05T21:49:03","date_gmt":"2024-05-05T19:49:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?p=1120"},"modified":"2024-05-17T13:34:03","modified_gmt":"2024-05-17T11:34:03","slug":"rede-zur-take-back-the-night-demo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/2024\/05\/05\/rede-zur-take-back-the-night-demo\/","title":{"rendered":"Rede zur &#8222;Take Back The Night&#8220;-Demo"},"content":{"rendered":"\n<p>Zur Walpurgisnacht fand dieses Jahr zum dritten Mal in Folge eine <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/353617\">feministische Demo<\/a> in Dresden statt. Auch in einigen anderen St\u00e4dten gingen Menschen gegen patriarchale Gewalt und Unterdr\u00fcckung auf die Stra\u00dfe. Bei addn.me ist ein <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/feminismus\/walpurgisnacht-in-dresden-gegen-rammstein-fuer-queeren-feminismus\/\">sch\u00f6ner Bericht<\/a> dazu erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben e*vibes, der Kampagne &#8222;Kein Rammstein in Berlin&#8220; und dem Antifaschistischen Kollektiv Dresden haben auch wir uns mit einer Rede daran beteiligt. Hier k\u00f6nnt ihr sie nachlesen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Liebe FLINTA, liebe Allies, liebe Feminist*innen, die ihr heute auf der Stra\u00dfe seid!<\/p>\n\n\n\n<p>Macht mal ordentlich L\u00e4rm f\u00fcr euch selbst und f\u00fcr die Menschen, die heute diese Take back the night organisiert haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich darf heute hier f\u00fcr die Queer Pride Dresden sprechen, und ich denke, ich kann sagen, dass der spirit beider Veranstaltungen ein sehr \u00e4hnlicher ist, weswegen ich mir auch heute hier den Raum nehme, auch \u00fcber die Pride zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Queer Pride ist aber nicht nur einmal im Jahr eine Veranstaltung. Uns gibt es seit vier Jahren als linke, emanzipatorische Pride in Dresden und als mittlerweile un\u00fcberschaubares Netzwerk an Menschen, Veranstaltungen und queeren Politiken in Sachsen und dar\u00fcber hinaus. Vier Jahre laute, bunte, w\u00fctende, entschlossene, sexy, zarte, k\u00e4mpferische, queere Stimmen aus Dresden! Dieses Jahr am 22. Juni werden sich wieder all diese Stimmen versammeln, und wir rufen diesmal alle Queers und Allies zur gemeinsamen queeren und explizit antifaschistischen Pride auf die Stra\u00dfe. Um ehrlich zu sein, allein unsere Existenz als Pride ist bereits ein Standpunkt gegen\u00fcber einer gewissen verb\u00fcrgerlichten, kommerzialisierten und politischen fragw\u00fcrdigen anderen queeren Demo in dieser Stadt, die wei\u00dfe, cis-m\u00e4nnliche Dominanz perpetuiert und sich bis heute nicht mit Gewalt und Mi\u00dfbrauch in ihren eigenen Reihen besch\u00e4ftigen will. Aber ich werde meine Zeit hier nicht damit verschwenden, \u00fcber Dinge zu reden, die schon Geschichte sein sollten. Was uns voneinander unterscheidet ist ein emanzipatorisches Selbstverst\u00e4ndnis und dieses Jahr eine noch explizitere antifaschistische Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir haben ein Motto gew\u00e4hlt, das auch zum heutigen Abend passen w\u00fcrde:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>QUEER AND ANTIFASCIST <\/strong>\u2013<strong> unite and resist!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden: Queerness und Antifaschismus \u2013 das geh\u00f6rt zusammen!<\/p>\n\n\n\n<p>Queerness, das ist nicht einfach ein Set an Buchstaben, das sind nicht nur Lesben, Bisexuelle, Schwule, inter und trans Personen. Es hei\u00dft, queer zu denken und zu leben. Es bedeutet, die normativen Strukturen gegen den Strich zu b\u00fcrsten. Es ist eine Art, den gesellschaftlichen Status quo in Frage zu stellen. Denn Heterosexualit\u00e4t als Normalzustand zu setzen, das f\u00fchlt sich staubig an. Die Kleinfamilie mit Mann und Frau als einzig m\u00f6gliche Konstellation zu verstehen, riecht nach Langeweile! Die Welt in nur zwei Farben \u2013 schwarz und wei\u00df, Mann und Frau \u2013 das ist ein M\u00e4rchen, das wir nicht l\u00e4nger bereit sind, zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben viel mehr vor: Eine Welt, in der alle sicher leben k\u00f6nnen! Eine Welt, in der niemand in enge geschlechtliche Normen gezwungen wird. Eine Welt, in der Menschen lieben k\u00f6nnen, wie und wen sie wollen. In der sie leben k\u00f6nnen, wo sie wollen und die Versorgung bekommen, die sie brauchen. In der jeder Mensch das Recht hat, Teil einer besseren Gesellschaft zu sein. Teil einer solidarischen Gesellschaft, einer, die niemanden zur\u00fcck l\u00e4sst. Teil einer klassenlosen Gesellschaft, die aus der Geschichte lernt. Und Teil einer empowernden Gesellschaft, in der jeder einzelne Mensch strahlen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Antifaschismus, das ist f\u00fcr uns nicht einfach ein sch\u00f6nes Wort. Das ist nicht allein ein historischer Bezug zu sozialen Bewegungen. Es ist eine Antwort und eine Selbstbeschreibung. Es ist eine Antwort auf die zunehmend menschenfeindlichen Entwicklungen. Es ist die einzig m\u00f6gliche Reaktion auf die gef\u00e4hrlichen Umtriebe von Nazis, FaschistInnen und neurechten MenschenhasserInnen. Antifaschismus ist Voraussetzung f\u00fcr die Welt, wie wir sie uns ertr\u00e4umen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Welt die bedroht wird, weil auch unser Leib und Leben bedroht wird. Weil Hass und Hetze von Nazis Fu\u00df fasst, in Parlamenten, in Medien und auf unseren Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechte Ideologie l\u00e4sst keinen Spielraum f\u00fcr eine Welt jenseits von \u00fcberh\u00f6hten M\u00e4nnlichkeitsvorstellungen und Rassismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Queer sein und Antifaschist*in sein \u2013 das sind f\u00fcr uns ein und dieselbe Sache. Es ist <em>ein<\/em> Kampf!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen sagen wir: &#8222;Unite!&#8220; \u2013 schlie\u00dft euch zusammen! Das meinen wir als Aufruf. Vereinzelt und alleine wird es uns nicht gelingen der allt\u00e4glichen Queerfeindlichkeit, den \u00fcberh\u00f6hten Mieten, der Ausbeutung auf Arbeit, den R\u00e4umungen, Abschiebungen und der strukturellen Gewalt den Kampf anzusagen. Es wird nicht mit einer einsam rufenden Stimme gelingen, die Nazis aus den Parlamenten und von der Stra\u00dfe zu dr\u00e4ngen. Aber mit vielen wird es gelingen! Und wir hier in Sachsen, wir wissen das. Wir wissen, wie es sich anf\u00fchlt, in Dresden jeden Tag von rechter Hetze und Gewalt umgeben zu sein. Aber wir wissen auch, wie es sich anf\u00fchlt, Europas gr\u00f6\u00dften Neonaziaufmarsch den Weg abzuschneiden, in reaktion\u00e4re Gedenkpolitiken zu intervenieren und wir wissen, wie es sich anf\u00fchlen kann, zumindest einmal im Jahr ein starkes, lautes, queeres Zeichen zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen sagen wir: &#8222;Resist!&#8220; \u2013 leistet gegen diese Zust\u00e4nde Widerstand. Steht eurer Kolleg*in of Colour solidarisch zur Seite. Besetzt R\u00e4ume, streikt, blockiert Abschiebungen und Naziaufm\u00e4rsche. Belest euch, schult euer kritisches Denken, fangt an zu Handeln. Zeigt euch solidarisch, tut euch zusammen. Nur so wird unsere Zukunft gelingen!<\/p>\n\n\n\n<p>Deswegen sagen wir: JOIN OUR FIGHT \u2013 JOIN THE PRIDE!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Walpurgisnacht fand dieses Jahr zum dritten Mal in Folge eine feministische Demo in Dresden statt. Auch in einigen anderen St\u00e4dten gingen Menschen gegen patriarchale Gewalt und Unterdr\u00fcckung auf die Stra\u00dfe. Bei addn.me ist ein sch\u00f6ner Bericht dazu erschienen. 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