{"id":1030,"date":"2024-01-04T20:00:07","date_gmt":"2024-01-04T18:00:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?p=1030"},"modified":"2024-01-04T20:07:26","modified_gmt":"2024-01-04T18:07:26","slug":"die-positive-entwicklung-der-letzten-jahre-ist-es-gibt-uns-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/2024\/01\/04\/die-positive-entwicklung-der-letzten-jahre-ist-es-gibt-uns-jetzt\/","title":{"rendered":"\u201eDie positive Entwicklung der letzten Jahre ist \u2013 es gibt uns jetzt!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Unser Debattenbeitrag bei &#8222;Status Quo&#8220; von addn.me. <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/antifa\/status-quo-debatte-zum-wahljahr-2024\/\">Status Quo ist eine Debatten-Reihe<\/a> \u00fcber den Rechtsruck in Dresden, geschrieben von linken, emanzipatorischen sowie progressiven Gruppen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir bei den guten Nachrichten an bez\u00fcglich der Entwicklung queerer Politiken in Sachsen seit der letzten Wahl: es gibt uns jetzt. Wir verstehen uns als linke, emanzipatorische <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/feminismus\/queer-pride-die-dritte\/\">Pride<\/a>. Wir vertreten in Dresden und dar\u00fcber hinaus diejenigen, die davon ausgehen, dass queere Interessen nur in der \u00dcberschneidung mit anderen K\u00e4mpfen vertreten werden k\u00f6nnen und dass sie nur nachhaltig vertreten sind, wenn sie sich klar gegen alle autorit\u00e4ren und rechten Ideen abgrenzen. Und wir betreiben ein weitreichendes community building und schaffen linke, queere R\u00e4ume, die es dringend brauchte. Vielleicht ist das auch schon ein Gro\u00dfteil der guten Nachrichten. Wir k\u00f6nnten an dieser Stelle noch die Tatsache anf\u00fchren, dass es in Sachsen in den letzten Jahren bedeutend mehr CSDs und Prides gab, also mehr Sichtbarkeit und Raumnahme von queeren Menschen und ihren Verb\u00fcndeten. Damit einher gehen aber auch mehr <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/feminismus\/queerfeindlicher-uebergriff-am-rande-des-csd-in-dresden\/\">Angriffe<\/a>, vor allem auf die queeren Demonstrationen im l\u00e4ndlichen Raum, hier meinen wir zum Beispiel rechte P\u00f6beleien, St\u00f6rungen und Eierw\u00fcrfe beim ersten CSD in <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/bautzen\/bautzen-hoyerswerda-kamenz\/erster-csd-stoerungen-rechte-100.html\">Bautzen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesellschaftliche Stimmung, Konsequenz von Jahrzehnten CDU-gef\u00fchrter Regierungen und freier Fahrt f\u00fcr die Menschenhasser*innen aller Facetten des rechten Spektrums macht uns Sorge: <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=45786\">Antr\u00e4ge<\/a> im Landtag wie \u201eVorsicht! Genderwahn im Stundenplan\u201c (Juni 2023) zeigen uns, dass die Qualit\u00e4t der Debatten auf einem Tiefpunkt angekommen sind. PropagandistInnen der AfD ist jedes Mittel recht, Menschen gegen andere aufzustacheln. Sie hetzen gegen Queers, wie sie \u00fcbrigens auch gegen Migrant*innen und alle anderen hetzen, die nicht in ihre normativen Weltbilder passen. Ob es nun um herbeiphantasierte Bedrohungen durch Gefl\u00fcchtete und in der Folge unmenschliche Asyrechtsversch\u00e4rfungen oder um imaginierten Genderwahn geht:&nbsp; Wer immer sich als Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr Vorurteile oder zur Instrumentalisierung f\u00fcr die eigenen Zwecke eignet, der wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dazu herangezogen. Allein das ist Grund genug, den Widerstand gegen heterosexistische und rassistische Projekte gemeinsam aufzubauen. Und hier meinen wir nicht die AfD allein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir sind hier in Sachsen\u201c h\u00f6rte eine Person von uns als Antwort, warum es wohl nicht m\u00f6glich sei, am Arbeitsplatz auf eine korrekte Ansprache zu bestehen, \u201ehier \u00e4ndern sich die Dinge eben nicht\u201c. Der Rechtsstreit mit dem s\u00e4chsischen Krankenhaus Arnsdorf&nbsp;zeigt, wie wenig Einsicht zu erreichen ist, selbst mit <a href=\"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/2023\/03\/22\/gemeinsam-aufstehen-gegen-institutionalisierte-transfeindlichkeit\/\">rechtlichen Mitteln<\/a>. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gilt in Sachsen ein anderer Ma\u00dfstab? Sollten wir alle unsere Sachen packen und uns in andere Gro\u00dfst\u00e4dte zur\u00fcckziehen? No way. Wir sind noch lange nicht fertig. Denn es gibt \u00fcbrigens selbst zu der oben erw\u00e4hnten Landtagsdebatte eine gute Nachricht: Nicht nur Sarah Buddeberg (Die Linke) ergriff f\u00fcr die Rechte queerer Menschen das Wort. Auch kam zumindest in diesem Fall von den anderen Parteien keine Zustimmung zur Hassrede der AfD. Aber k\u00f6nnen wir uns darauf langfristig verlassen? Wo hier und da symbolisch eine Schirmherrschaft \u00fcbernommen wird, werden an anderer Stelle Regeln erlassen, nach denen das Gendern jetzt an allen s\u00e4chsischen Schulen verboten ist. Nach dem Willen von CDU-Kultusminister Piwarz soll sich das in diesem Sommer <a href=\"https:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=46247\">versch\u00e4rfte Verbot<\/a> auch auf externe Kooperationspartner*innen erstrecken.<br>Kurzum: Die dringend ben\u00f6tigte, gendersensible Bildungsarbeit darf keine gendersensible Sprache mehr verwenden. In der GEW Sachsen wird dies treffend als \u201eErfolg populistischer Nebelkerzen\u201c <a href=\"https:\/\/www.gew-sachsen.de\/aktuelles\/detailseite\/ein-erfolg-populistischer-nebelkerzen\">gewertet<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht hier aber nicht um die auf Sternchen und Doppelpunkte verschm\u00e4lerte Diskussion des ad\u00e4quaten Sprachgebrauches. Es geht um die Frage, wer Teil dieser Gesellschaft sein darf und wer nicht und wie wir unser aller Zusammenleben ausgestalten. Nur, dass das eben bei der Frage anf\u00e4ngt, wer wie angesprochen wird, ob \u00c4mter und Beh\u00f6rden sich weiterbilden- und entwickeln, und welchen Schutzes sich queere Kinder und Jugendliche an ihren Schulen in Sachsen sicher sein k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der letzten Landtagswahl 2019 ist n\u00e4mlich auch das passiert: In Dresden wurde am hellichten Tage im Zentrum der Stadt ein Mensch <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/soziales\/mord-im-namen-gottes-islamist-wird-zu-lebenlsaenglicher-haft-verurteilt\/\">aus homofeindlichem Motiv ermordet<\/a>. Und dies ist nur der schlimmste Fall. Transfeindlicher Hass in sozialen Medien ist Alltag, in Dresden wurden zwei Queers am Albertplatz <a href=\"https:\/\/www.addn.me\/feminismus\/aus-protest-1-queeres-knutsch-sit-in-in-dresden\/\">angegriffen<\/a>, weil sie sich k\u00fcssten, und ausgerechnet am Rande einer Kundgebung zum Tag der nichtbin\u00e4ren Menschen 2022 gab es einen transfeindlichen \u00dcbergriff.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wir m\u00fcssen queere Politiken auf ihre Emanzipationskraft hin \u00fcberpr\u00fcfen.<\/h3>\n\n\n\n<p>Unterm Strich wird die Lage f\u00fcr uns als Queers nicht einfacher. Da lassen auch die n\u00e4chsten Landtagswahlen nichts Gutes hoffen. Neben diesen Problemen besch\u00e4ftigt uns aber ein weiteres: Wer sind unsere Allies? Beim Blick auf die immer zahlreicheren Prides und CSDs ist die Frage: wer von ihnen steht politisch wirklich auf unserer Seite? Was haben wir mit einem CSD gemeinsam, auf dem gro\u00dfe Konzerne ihre Regenbogenflaggen schwenken? Was verbindet uns mit kleinen CSDs, die sich mit der AfD treffen, wie j\u00fcngst in <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/CSDPirna\/posts\/pfbid0d5Xhvzm855yrdeNo6KJdGGpZWoPuJ8sQa5MnFc9BLa6dgxkpw75p7fJcpkADwRH8l\">Pirna<\/a>? Wer steht am Ende mit uns Schulter an Schulter gegen autorit\u00e4re und rechte Entwicklungen?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind uns sicher: es sind diejenigen, die sich aus ihrer Haltung heraus solidarisch an die Seite derjenigen stellen, die dem Hass ausgesetzt sind. Vor allem aber sind es diejenigen, die es wagen, mit uns die Idee weiterzutragen, dass ein anderes Leben m\u00f6glich ist \u2013 auch in Sachsen. Es w\u00e4re m\u00f6glich, gemeinsam daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen. Manchmal bedeutet das, den eigenen Rassismen und der eigenen Transfeindlichkeit auf den Grund zu gehen. Vielleicht m\u00fcssen wir Politikstile ver\u00e4ndern, um im komplexen politischen Feld unsere St\u00e4rken als emanzipatorische Bewegungen zu nutzen. Und sicherlich m\u00fcssen wir mehr nach Verb\u00fcndeten suchen. Aber wir m\u00fcssen queere Politikans\u00e4tze auch selber immer wieder auf ihr emanzipatorisches Potential hin \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die kommende Landtagswahl bringt, k\u00f6nnen und wollen wir nicht prognostizieren. K\u00fcrzungen im Bereich sozialer und queerer Projekte werden zuallererst diejenigen treffen, f\u00fcr die sie am wichtigsten sind. Wir m\u00fcssen Druck aus\u00fcben auf die demokratischen Parteien, wir m\u00fcssen die Zivilgesellschaft an ihre Relevanz und Aufgaben erinnern. Wir m\u00fcssen uns st\u00e4rker mit unseren antifaschistischen Freund*innen zusammentun und klar artikulieren: queere Themen sind linke Themen. Und wir m\u00fcssen das Verst\u00e4ndnis dessen erweitern, was eine queere Zukunft bedeuten soll. <br><strong><br>Eins wissen wir allerdings jetzt schon: der Weg dahin kann nur ein radikal emanzipatorischer sein. Und\u00a0 das bedeutet in Sachsen nicht zuletzt auch: radikal antifaschistisch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Debattenbeitrag bei &#8222;Status Quo&#8220; von addn.me. Status Quo ist eine Debatten-Reihe \u00fcber den Rechtsruck in Dresden, geschrieben von linken, emanzipatorischen sowie progressiven Gruppen. Fangen wir bei den guten Nachrichten an bez\u00fcglich der Entwicklung queerer Politiken in Sachsen seit der letzten Wahl: es gibt uns jetzt. Wir verstehen uns als linke, emanzipatorische Pride. Wir vertreten <a href=\"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/2024\/01\/04\/die-positive-entwicklung-der-letzten-jahre-ist-es-gibt-uns-jetzt\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  \u201eDie positive Entwicklung der letzten Jahre ist \u2013 es gibt uns jetzt!\u201c<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1039,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1030","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1030"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1030\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1037,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1030\/revisions\/1037"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}