{"id":873,"date":"2023-06-22T21:31:46","date_gmt":"2023-06-22T19:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?page_id=873"},"modified":"2023-06-22T21:31:47","modified_gmt":"2023-06-22T19:31:47","slug":"redebeitrag-feministischesforum-goerlitz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/redebeitrag-feministischesforum-goerlitz\/","title":{"rendered":"Redebeitrag feministisches*forum G\u00f6rlitz"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo an alle. Auch wenn wir nicht anwesend sein k\u00f6nnen. Wir sind das f*F, alias feministisches Forum, aus G\u00f6rlitz und wir w\u00fcnschen euch eine wunderbare Queer Pride! Wir hoffen, ihr k\u00f6nnt die Energie von heute mit in den Alltag nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Redebeitrag wird weniger mit politischen Forderungen aufgeladen sein. Wir haben uns dazu entschieden, heute die Feel-Good-Gruppe zu sein. Unser Wunsch ist es, dass alle von uns jeden Tag f\u00fchlen k\u00f6nnen wie gro\u00dfartig sie sind. Wir wissen, dass das leider noch keine Realit\u00e4t ist, aber heute wollen wir euch mit unseren Worten ein bisschen davon geben. Es ist wunderbar zu wissen, dass sicherere R\u00e4ume entstehen k\u00f6nnen, auch in l\u00e4ndlichen Regionen oder kleinen St\u00e4dten. Es ist sch\u00f6n zu wissen, dass es mehr R\u00e4ume werden, in denen wir uns austauschen und Kraft tanken k\u00f6nnen. Es ist sch\u00f6n zu wissen, dass jeden Tag kleine Schritte von gro\u00dfartigen Menschen gegangen werden. Als queerfeministisches Kollektiv in Ostsachsen sind wir mit einigen H\u00fcrden konfrontiert, die vielleicht in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten weniger problematisch sind. Ohne dabei Erfahrungen abzusprechen oder Situationen an anderen Orten zu verharmlosen, wollen wir auf etwas hinweisen: Wie wichtig queere R\u00e4ume vor allem auch im l\u00e4ndlichen Raum sind. Uns ist im Vergleich auch noch eins aufgefallen: Es gibt nicht wirklich eine Szene, in der wir uns divers ausprobieren, in der wir uns entdecken und wenn n\u00f6tig zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen relativ weite Wege auf uns nehmen, um uns in einer queeren Blase auszuprobieren. Das zieht Kraft. Aber gleichzeitig gibt es uns eine gewisse Z\u00e4higkeit. Queerfeministischer Aktivismus im l\u00e4ndlichen Raum bedeutet f\u00fcr uns Folgendes: F\u00fcr uns konkret bedeutet es, dran zu bleiben und Pausen zu machen. Es bedeutet, immer wieder auch in der linken Szene Veranstaltungen zu rechtfertigen, die nur f\u00fcr Frauen<em>, Lesben, Inter, Nichtbin\u00e4re, Trans und Agender Personen zug\u00e4nglich sind. Es bedeutet, das ganze Programm, welches wir konsumieren wollen, selber zu organisieren. Es bedeutet also genauso gut einen Do-It-Yourself-Erprobungsraum. Und es bedeutet vor allem Freund<\/em>innenschaft, Haltung und sich mit dieser nicht allein zu f\u00fchlen. Es bedeutet zu sp\u00fcren, dass Aktivismus nicht erst anf\u00e4ngt wenn es sehr viele Menschen mitbekommen. Es bedeutet zu glauben, dass jeder kleine Schritt und jeder Gedanke z\u00e4hlt. Es bedeutet, dass Aktivismus keine Performance ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Region, in der sexuelle Orientierung nicht als Schimpfwort genutzt wird, weder im Privaten, in der Schule oder bei Lohnarbeit. Wir tr\u00e4umen von einer Stadt, in der alle unterwegs sein k\u00f6nnen wo und wann sie wollen, ohne vorher ihre Netzwerke checken zu m\u00fcssen. Wir hoffen auf eine Welt, in der wir uns keine Gedanken mehr machen m\u00fcssen, ob unsere Familien uns akzeptieren. In der Sexualit\u00e4t kein Geheimnis mehr sein muss. In der Menschen sich ausprobieren und dazu lernen k\u00f6nnen ohne Angst vor Verfolgung. In der in Beziehungen prim\u00e4r darauf geachtet wird, ob sie den Beteiligten gut tun anstatt darauf, ob sie einer angeblichen Norm entsprechen. In der unser Umgang von Wertsch\u00e4tzung und Neugier gestaltet wird anstatt von Angst, Vorurteilen und Gewalt. Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Region, in der Jugendliche auch in der Schule sicher ihre Identit\u00e4t finden und ausprobieren k\u00f6nnen und dabei unterst\u00fctzt werden. In der wir einander helfen zu heilen anstatt die gleichen Wunden immer wieder aufzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind dankbar f\u00fcr alle tollen Menschen, die heute hier sind. Egal ob nur in Gedanken oder vor Ort. Ihr werdet gebraucht und gefeiert! Nutzt den Tag auch zum vernetzen und findet Menschen, mit denen es Spa\u00df macht, sich dem Ganzen zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns feiern wer wir sind.<br>Lasst uns feiern, dass es viele von uns gibt.<br>Lasst uns unseren Herzen Mut schenken, Kraft, Freude und Stolz.<br>Lasst uns ein Zeichen setzen f\u00fcr alle Menschen, die bedroht werden, wenn sie leben wer sie sind. Lasst uns Menschen auch in abgeh\u00e4ngten Regionen einen Zugang zu Informationen bieten, die ihnen helfen, sich selbst zu verstehen.<br>Lasst uns den Raum einnehmen, laut, bunt und stark sein. F\u00fcr uns und alle da drau\u00dfen, die unsere Solidarit\u00e4t brauchen.<br>Lasst uns die vermeintliche Normalit\u00e4t unterwandern und den menschenfeindlichen Narrativen die Macht nehmen. In Dresden, in G\u00f6rlitz, in Sachsen auf dem Land. Und \u00fcberall sonst.<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Wenn ihr Lust habt, kommt uns am 12. August auf der Queer Area zum Fokus Festival in G\u00f6rlitz besuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo an alle. Auch wenn wir nicht anwesend sein k\u00f6nnen. Wir sind das f*F, alias feministisches Forum, aus G\u00f6rlitz und wir w\u00fcnschen euch eine wunderbare Queer Pride! Wir hoffen, ihr k\u00f6nnt die Energie von heute mit in den Alltag nehmen. Unser Redebeitrag wird weniger mit politischen Forderungen aufgeladen sein. 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