{"id":462,"date":"2022-06-24T13:20:17","date_gmt":"2022-06-24T11:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?page_id=462"},"modified":"2023-05-14T20:25:26","modified_gmt":"2023-05-14T18:25:26","slug":"reden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/reden\/","title":{"rendered":"Reden 2022"},"content":{"rendered":"\n<p>Auf dieser Seite findest du die Redebeitr\u00e4ge zum Tag der Queer Pride Dresden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eQueer Resistance\u201c von der <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AntifaLoebtau\">AIL<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Liebe Queers und liebe Allies aller Farben!<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Demonstrierende, liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir von der AIL wollen unseren Redebeitrag der widerst\u00e4ndigen queeren Praxis widmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, wer immer mal einen Blick in die sozialen Netzwerke wirft, wer in der Community zuh\u00f6rt: immer noch und immer wieder begegnen uns Berichte von Queerfeindlichkeit, Abwertung und Gewalt. Und viel zu oft kommt die Bef\u00fcrchtung auf, dass es nicht besser, sondern eher schlimmer werden k\u00f6nnte. Doch was k\u00f6nnen wir tun, um daran etwas zu \u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Die b\u00fcrgerliche Antwort ist simpel: passt euch an, fallt nicht so sehr auf, dann passiert euch auch nichts. Imitiert bitte mit Homo-Ehe und Hosenanzug so gut es eben geht genau die beengten Normen, die euer Ausbrechen daraus eben noch so hart bestraften. Oft noch verbunden mit dem Hinweis, dass man sich doch an die Polizei wenden k\u00f6nne. Mit der Anpassung an den heterosexuellen Standard wird so ein sichereres Leben versprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen: Das ist Bullshit! Nicht die Queerness ist es, die uns gef\u00e4hrdet, sondern Queerfeindlichkeit! Nicht die Assimilation besch\u00fctzt uns vor \u00dcbergriffen, sondern unser Aufschrei dagegen! Gegen menschenfeindliche Arschl\u00f6cher und faschistische Schl\u00e4ger hilft nicht Verstecken und Selbstverharmlosung, sondern feministisches Selbstbewusstsein und gelebte antifaschistische Solidarit\u00e4t!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Selbstverteidigungstrainings der selbstironisch benannten \u201eHomokommandos\u201c in Polen sind ein mutiges Beispiel daf\u00fcr, wie erfolgreiche queere Gegenwehr aussehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch der Blick zur\u00fcck in die Christopher Street, die Erinnerung an die Erfahrungen vor den Stonewall Riots ist eine Warnung. Sie mahnt uns zur Vorsicht gegen\u00fcber der Hoffnung auf Anerkennung durch Assimilation.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Hoffnung, die auch in linken queeren Kreisen immer mal wieder hoch kommt, ist leider so nachvollziehbar wie falsch. Wie sch\u00f6n einfach w\u00e4re es doch, wenn wir mit etwas weniger bunten Haaren, mit dem Verzicht auf ungewohnte Pronomen, mit der Abkehr von s\u00fcndhafter Polyamorie in den Scho\u00df der ach so freien und gleichen b\u00fcrgerlichen Gesellschaft zur\u00fcckkehren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch sind es nicht gerade die trennenden, unterdr\u00fcckenden, ausgrenzenden Mechanismen, die auf der einen Seite diese Gesellschaft am Laufen halten, und auf der anderen Seite hart diskriminieren? Sie werden nicht weniger, nur weil wir uns ihnen freiwillig unterwerfen. Sie werden weniger, wenn wir sie aufdecken, kritisieren und abschaffen!<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Hoffnung ist auch deswegen falsch, weil der Staat diejenigen von uns, die nicht in seine Ordnung passen, gewaltsam in Psychiatrien, Kn\u00e4ste oder Abschiebehaft sperrt. Weil Sexarbeiter*innen immer noch stigmatisiert und ins soziale Abseits gedr\u00e4ngt werden. Weil Cops nicht sch\u00fctzen, sondern nur zu gerne schikanieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Glaube an diese Erz\u00e4hlung ist gef\u00e4hrlich, weil sie uns den Mut nimmt, vereint in unserer Verschiedenheit f\u00fcr unsere gemeinsamen, unteilbaren Menschenrechte einzutreten. Wir d\u00fcrfen uns nicht davon abhalten lassen, uns zusammenzutun und uns gemeinsam Raum zu nehmen!<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns Z\u00e4rtlichkeit und Zorn zusammen bringen!<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns gemeinsam feiern und gemeinsam k\u00e4mpfen!<\/p>\n\n\n\n<p>Denn Pride ist nicht nur heute, Pride ist jeden Tag im Jahr!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Dekonstruktion der Norm, f\u00fcr die \u00dcberwindung des Kapitalismus, f\u00fcr die Zerschlagung des Patriarchats!<\/p>\n\n\n\n<p>We\u2019re here, we\u2019re queer \u2013 we\u2019re fabulous, don\u2019t mess with us!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eStalking und Umgang der Polizei mit BiPoc in diesem Kontext\u201c von Darian<\/h2>\n\n\n\n<p>Darian Okakpu, ein Nigerianer mit walisischen Wurzeln, zog von Gro\u00dfbritannien nach Deutschland nach Deutschland, um an der TU Dresden zu promovieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Traum von einer wissenschaftlichen Ausbildung wurde durch gewaltt\u00e4tige Extremisten und Kriminelle in der Dresdner Neustadt in Frage gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend des 13. Juni 2020 wurde Darians Freundin von einem Mann sexuell bel\u00e4stigt, den sie h\u00f6flich zur\u00fcckwies. Als sie merkten, dass sie umzingelt waren, schnappte sich Darian schnappte sich Darian seine Freundin und fl\u00fcchtete.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch damit war es noch nicht vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der T\u00e4ter verfolgte sie und griff Darian k\u00f6rperlich an. Die Polizei wurde gerufen und identifizierte den  T\u00e4ter. Die Polizei lud sie nie zu einer Befragung ein, wie sie versprochen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter, als Darian mit vier Freunden in der Neustadt unterwegs war, wurde er von einem anderen, unbekannten Mann angegriffen. Dieser kam auf Darian zu, bewarf ihn mit M\u00fcll, bespuckte ihn und sagte &#8222;du rufan Polizei, du wurst Sterben&#8220;. Er schlug Darian und verfolgte ihn mit einer Flasche fast 2 km weit&#8230; Er versuchte, Darian zu t\u00f6ten, aber Darian entkam und wurde sp\u00e4ter von seinen Freunden gerettet.<\/p>\n\n\n\n<p>Darian wurde klar, dass es ernst war, und so gingen sie am n\u00e4chsten Tag zum Polizei-Polizeipr\u00e4sidium am Pirnaischen Platz. Die Polizei war nicht sehr hilfsbereit, und nach einigem Hin und Her willigten sie schlie\u00dflich ein, die Anzeige aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den folgenden Monaten verfolgte, bel\u00e4stigte, bedrohte und attackierte der T\u00e4ter Darian und andere Personen immer wieder. Der T\u00e4ter begegnete Darian in Caf\u00e9s, Restaurants, Bars&#8230; beim Einkaufen, beim Spazierengehen, in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln&#8230; und bedrohte, bel\u00e4stigte und attackierte ihn. Nach Monaten fand der T\u00e4ter Darianund seine Freunde vor der BOYS-Bar. Der T\u00e4ter begann, \u00fcble homophobe Beschimpfungen zu schreien zu beschimpfen: &#8222;SCHWUCHTEL! SCHWUCHTEL! SCHWUCHTELN WIE IHR HABEN HIER NICHTS ZU SUCHEN!&#8220; &#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Darian dachte lange Zeit nach&#8230;<br>&#8222;Schwuchteln wie ich geh\u00f6ren nicht hierher? Vielleicht hat er ja recht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Darian suchte Hilfe und Unterst\u00fctzung von ALLEN Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde halfen nur Gerede und die RAA Sachsen &#8211; die anderen &#8211; namentlich der CSD Dresden HABEN SICH NICHT EINMAL DIE M\u00dcHE GEMACHT, AUF DARIANS NOTLAGE ZU REAGIEREN. Sie weigern sich bis heute, sich sinnvoll zu engagieren. Schande \u00fcber sie!<\/p>\n\n\n\n<p>Darian wurde auf fast allen Stra\u00dfen der Neustadt angegriffen, und alles war \u00f6ffentlich. In der G\u00f6rlitzer Stra\u00dfe wurde er DREIMAL angegriffen, in der Rothenburgerstra\u00dfe ZWEIMAL MAL, Alaunstr. VIERMAL, Louisenstr. DREI MAL. Genau so auf der Bautzner Stra\u00dfe, dem Martin-Luther-Platz, auf Bischofsweg, Bischofsplatz und Alaunplatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Darian hat nie aufgegeben! Selbst als seine Freunde ihn im Stich lie\u00dfen. Der Kampf f\u00fcr die Befreiung der Queers Kampf war zu viel, wenn sie doch nur ihr Leben in Freiheit genie\u00dfen wollten. Wer wollte das auch nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Darian k\u00e4mpfte jeden Tag f\u00fcr seine Rechte, und f\u00fcr unser aller Rechte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewalt eskalierte nach 13 Monaten der Misshandlung im Juli 2021 erneut. Darian, ich und mein Sohn waren auf dem Heimweg von der Schule, als der T\u00e4ter uns auf der Alaunstra\u00df \u00fcberfiel und Darian packte. Es gelang mir, ihn zu befreien, aber der T\u00e4ter schubste mich und meinen Sohn zur\u00fcck.<br>Wir schrien um Hilfe, wir schrien, dass jemand die Polizei rufen solle, aber es antwortete niemand. Die Leute sahen nur zu&#8230; und sagten uns schlie\u00dflich, wir sollten den Mund halten, obwohl sie gerade ein weiteres gewaltt\u00e4tigen Hassverbrechen in den Stra\u00dfen Dresdens sahen. Dies ist die Geschichte der Ausgegrenzten und Unterdr\u00fcckten. Es ist sicherer, dem Opfer die Schuld zu geben, als sozialen Mut zu zeigen. Darian hat das jetzt verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gleiche passierte bei der Tolerade 2021, aber dieses Mal machte Darian ein gutes Foto des T\u00e4ters. Und seine Freunde wussten, wie sie reagieren mussten, sie hielten die Angreifer von Darian fern.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank dieser Aktion konnte die Polizei den T\u00e4ter schlie\u00dflich identifizieren und seinen Ausweis sicherstellen. Endlich, nach 14 Monaten, hatte die Polizei ihre Arbeit getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch damit war es noch nicht vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder vers\u00e4umte es die Polizei, Darian zu einer Befragung einzuladen, und die Polizei verlor den Beweis &#8211; den Namen des T\u00e4ters! Ein weiteres Beispiel f\u00fcr polizeiliches Fehlverhalten.<br>Erst nach monatelangem Druck auf leitende Polizeibeamte und den Polizeipr\u00e4sidenten fanden sie endlich dieses Beweismaterial, und wir kannten endlich seinen Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch damit war es noch nicht vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Der physische, psychische und soziale Schaden f\u00fcr Darian war extrem. Der strukturelle Rassismus und die Homophobie waren unertr\u00e4glich. Er musste die Arbeit an seiner Doktorarbeit aufgeben, und schlie\u00dflich musste Darian sein Promotionsstudium ganz aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch damit war es noch nicht vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Polizei lud Darian immer noch nicht zu einer Befragung ein, trotz mehrerer Briefe von seinem<br>Anwalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war uns klar, dass die Polizei und die Institutionen die Sache nicht ernst nehmen, dass sie diese gewaltt\u00e4tigen Hassverbrechen nicht untersuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>SCHWULE M\u00c4NNER, FRAUEN, TRANSSEXUELLE, ALLE QUEEREN MENSCHEN WERDEN T\u00c4GLICH GET\u00d6TET<br>WEGEN DIESER POLIZEILICHEN NACHL\u00c4SSIGKEIT! <\/p>\n\n\n\n<p>WACHT AUF, LEUTE!<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrgerrechtsbewegung war nicht genug. Der queere Freiheitskampf ist noch nicht vorbei! Erst dieses Jahr wurde ein lesbisches Paar von einer Gruppe von M\u00e4nnern gewaltsam angegriffen und angep\u00f6belt, nur weil es sich vor dem Simmel am Albertplatz gek\u00fcsst hatte. Dieses Jahr hat derselbe T\u00e4ter<br>mindestens eine weitere queere Person of Color, unsere Freundin, bel\u00e4stigt. Vor zwei Jahren ermordete der Islamische Staat in Dresden Altstadt brutal einen schwulen Mann und verletzte seinen Partner schwer. 2018 wurde ein schwuler Mann in Chemnitz von Rechtsextremen brutal zu Tode gepr\u00fcgelt, gerade jetzt werden queere Fl\u00fcchtlinge in den Lagern in DRESDEN angegriffen! Die Liste geht weiter und weiter&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben die s\u00e4chsische Justizministerin kontaktiert, hochrangige Polizeibeamte wie Dirk<br>M\u00f6ller, der der zentrale LGBTQI+ Ansprechpartner der Polizei ist &#8211; er hat nie geantwortet. Wir haben Susan Lorenz, die Zeugenschutzbeauftragte kontaktiert &#8211; sie hat nie geantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird keine Schweigeminute f\u00fcr all die Gefallenen und ihre Familien geben. Wir sprechen f\u00fcr alle, wenn wir sagen: ENOUGH IS ENOUGH. Wir w\u00fcnschen Ihnen Heilung, und Gesundheit, und Sicherheit und GERECHTIGKEIT.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gewalt ist nicht vorbei, der T\u00e4ter ist immer noch da drau\u00dfen, v\u00f6llig frei trotz seiner schrecklichen Verbrechen, die sich gegen Darian und andere in unserer Gemeinschaft richteten.<br>Wir brauchen also eure Stimme, wir brauchen eure Unterst\u00fctzung&#8230;<br>Lasst uns die harte Arbeit beginnen&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201etrans und neurodivers\u201c von Minzgespinst<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich geh\u00f6re nicht dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gedanke, der meine Kindheit und Jugend pr\u00e4gte. Ein Gedanke, nein, eine Gewissheit, die mir verbal und nonverbal von all meinen Umfeldern, ob Familie, Schule oder Sportvereinen, immer wieder vermittelt wurde. Bis ich irgendwann selbst daran glaubte und mich von mir aus zur\u00fcckzog.<br>Ich bin trans, nichtbin\u00e4r und Autist_in. F\u00fcr mein trans Sein hatte ich damals keine Worte, meine Neurodivergenz schloss mich &#8211; obwohl nicht ersichtlich und erst sp\u00e4t abschlie\u00dfend diagnostiziert &#8211; effektiv aus.<br>Die Abneigung eines kleinen Dorfes gegen jene, die &#8222;anders&#8220; sind, kennt keine Grenzen. Eine h\u00fcbsche Ironie, in allen anderen Themenfeldern sind Grenzen \u00fcberaus wichtig und werden gerne gesehen &#8211; und gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle queeren Personen kennen das Gef\u00fchl, nicht dazuzugeh\u00f6ren.<br>Gerade meinen nichtbin\u00e4ren Geschwistern wird auch das auch &#8211; in Teilen &#8211; von der trans Communitiy vermittelt: Wir seien nicht trans genug. Wir wurden &#8222;hier beliebige Vorstellung einf\u00fcgen&#8220; nicht ausreichend erf\u00fcllen.<br>Als neurodivergente Person sind queere R\u00e4ume oft zu bunt, zu laut, zu schrill und zu flashig &#8211; und emotional aufgeladen.<br>Die richtigen Worte zu w\u00e4hlen, nicht zu verletzen, nicht zu diskriminieren: Gar nicht so einfach, wenn das Gesp\u00fcr f\u00fcr Situationen, subtile Hinweise und gesellschaftliche Erwartungen fehlt. Trust me, wir machen das nicht absichtlich! Wir nehmen nur erst wahr, dass wir offensichtlich einen Fehler gemacht haben, wenn wir darauf deutlich &#8211; as in &#8222;das war diskriminierend!&#8220; &#8211; hingewiesen werden. Subtile Hinweise (bevor es zum w\u00fctenden Ausbruch ob unserer &#8222;Ignoranz&#8220; kommt), werden von den meisten neurodivergenten Menschen ohnehin schlecht bis gar nicht wahrgenommen &#8211; Nervosit\u00e4t, in neuen R\u00e4umen zu sein und die Angst, etwas &#8222;falsch&#8220; zu machen, machen alles nur noch schlimmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig wird &#8211; sowohl innerhalb der (vor allem trans) Community, aber auch wissenschaftlich, nach Kausalit\u00e4t oder zumindest Korrelation von trans und Neurodivergenz gefragt.<br>Nun, wir haben zwei sehr kleine Gruppen, die gleichzeitig in h\u00f6chstem Ma\u00df pathologisiert werden &#8211; die besten Voraussetzungen, um als Testh\u00e4schen oder Versuchskaninchen f\u00fcr wissenschaftliche Forschung zu dienen.<br>Ich pers\u00f6nlich &#8211; so spannend wie gef\u00e4hrlich ich wissenschaftliche Grundlagenforschung auch finde &#8211; w\u00fcrde anders fragen: Brauchen wir wirklich weitere, pathologisierende Forschung und Erkenntnisse, um unsere R\u00e4ume inklusiver zu gestalten?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch zwischen den &#8222;sogenannten Normalen&#8220; und allen Neurodivergenten wird diese Binarit\u00e4t, eine Binarit\u00e4t, die uns zu &#8222;den anderen&#8220; degradiert, derzeit gelebt. Eine Binarit\u00e4t, die zwischen &#8222;normaler&#8220; und &#8222;anderer, irgendwie schlechterer&#8220; Kommunikation, Bed\u00fcrfnissen, Reizverarbeitung unterscheidet.<br>Die daf\u00fcr sorgt, dass f\u00fcr queere, neurodivergente Menschen weniger bis kein Platz in unseren R\u00e4umen ist &#8211; oder wir uns viel, viel mehr anstrengen m\u00fcssen, um bleiben zu d\u00fcrfen.<br>Fehler, die aus &#8222;nicht k\u00f6nnen\/nicht erkennen&#8220; resultieren, werden als &#8222;nicht wollen&#8220; interpretiert. So wie \u00fcbergriffige, dya-cis M\u00e4nner als Grund herangezogen werden, um trans Frauen den Zugang zu Frauentoiletten zu verweigern, sind ignorante, neurotypische Menschen der Grund, warum wenig bis keine Fehlertoleranz f\u00fcr unsere Kommunikation aufgebracht wird. Die Geduld mit &#8222;gespielter Ahnungslosigkeit&#8220;, um ignorant sein zu k\u00f6nnen, ist aufgebraucht.<br>Ich verstehe das.<br>Doch genauso wenig, wie trans Frauen f\u00fcr privilegierte, \u00fcbergriffige, dya-cis M\u00e4nner verantwortlich sind, so wenig sind es neurodivergente Menschen f\u00fcr \u00fcbergriffige, ignorante, neurotypische Personen.<br>Bitte bedenkt das, wenn Menschen auf subtile Hinweise, eurem Empfinden nach, ignorant wirken &#8211; vielleicht bemerken sie diese wirklich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Demos, CSD, Kundgebungen sind mit vielen Ger\u00e4uschen, Ger\u00fcchen, Reizen und oft auch mit Polizeigewalt verbunden. Gruppen und Organisationen oft nicht inklusiv.<br>Vielen neurodivergenten, queeren Menschen bleibt somit &#8222;nur&#8220; der Online-Aktivismus, oft bel\u00e4chelt und nicht ernst genommen, um unsere politische (Bildungs-) Arbeit und Sichtbarkeit zu erm\u00f6glichen. Auch ich kann heute nicht vor euch stehen. Ihr h\u00f6rt meine Stimme, aber ihr seht mich nicht. Ihr merkt, mein &#8222;uns&#8220; wechselt wie mein Geschlecht &#8211; immer passend zur Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr euch rede ich heute hier, f\u00fcr meine queeren, meine nichtbin\u00e4ren, meine neurodivergenten Geschwister. Ich m\u00f6chte euch Sichtbarkeit geben und eine Stimme. Ich m\u00f6chte meine Stimme erheben, meine Erfahrungen, die oft auch eure sind, teilen \u2013 ohne f\u00fcr euch zu sprechen. Jede neurodivergente Person ist einzigartig, unsere Erfahrungen mit Ableismus sind es leider nicht. Ich wei\u00df, dass im Publikum Menschen sind, die mit ihrer eigenen Neurodiversit\u00e4t k\u00e4mpfen, weil diese bei queeren Personen noch seltener diagnostiziert wird, als im patriarchalen System bei cis Frauen. Ich sehe euch, ich h\u00f6re euch, ich bin heute hier, um unsere Perspektiven zu zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr seid nicht allein. Wir sind nicht allein.<br>SMASH THE BINARY, auf das wir inklusiv und gemeinsam gegen Patriarchat und ableistische Machtstrukturen in der Gesellschaft und unseren R\u00e4umen k\u00e4mpfen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201equeere Menschen auf dem Land\u201c von Queer Liberation Leipzig<\/h2>\n\n\n\n<p>Hallo, ich bin Tyra von Queer Liberation Leipzig und ich ich rede heute \u00fcber die Situation von<br>queeren Menschen auf dem Land. <br>Der Redebeitrag richtet sich vor allem an Gro\u00dfstadtqueers und ganz besonders ans sogenannte Allies, allerdings geht es nicht darum, um Hilfe zu betteln oder die Community noch mehr zu spalten, als so schon, sondern ich will darauf aufmerksam machen, dass viele queere Menschen nicht das Privileg haben, in einer Gro\u00dfstadt zu wohnen. Es f\u00fchlt sich komisch an, queere Menschen als privilegiert zu bezeichnen, denn wir sind ja irgendwie alle stark von Gewalt und oft auch Unsichtbarmachung betroffen. Aber dennoch ist es ein Privileg, in einer Gro\u00dfstadt zu wohnen. Denn schon die Anonymit\u00e4t sch\u00fctzt. Und zus\u00e4tzlich gibt es potenziell mehr queere Menschen zur Vernetzung und Unterst\u00fctzung, allgemein h\u00f6here Toleranz, wobei es da auch schon auf die Stadt bzw. den Stadtteil ankommt, und einen besseren Zugang zu Medizin und Hilfsangeboten.<br>Im l\u00e4ndlichen Raum sieht es da schon anders aus. Mit Anonymit\u00e4t ist da oft nichts, und auch nur ein kleinstes Abweichen von irgendwelchen Normen kann eine Person zum Dorfgespr\u00e4ch oder sogar zum Dorfgesp\u00f6tt machen. Dadurch wird Mensch dann auch schnell betroffen von rechter Gewalt, denn gewaltbereite Neonazis f\u00fchlen sich im l\u00e4ndlichen Raum wohler, da sie au\u00dferhalb der sogenannten Multi-Kulti-Gro\u00dfst\u00e4dte viel mehr Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung finden und nicht oder zumindest selten mit Menschen, die nicht in deren Weltbild passen, konfrontiert werden. Und ganz ehrlich, ich finde das schei\u00dfe. Nicht nur, weil ich Nazis und deren Ideologie schei\u00dfe finde, sondern weil ich aus einem Dorf mit ca 80 Einwohner*innen komme und das Dorfleben mag und selber gerne wieder in einem Dorf leben w\u00fcrde. Aber als nicht-bin\u00e4re trans Frau ist mir das einfach zu gef\u00e4hrlich. Ich hab keine Lust, dass mein queer sein den Dorftratsch dominiert. Ich hab keine Lust, von Faschos aufs Maul zu bekommen, weil sie mich verachten und ich deren heile Welt st\u00f6re. Ich hab keine Lust, ewig lange unterwegs zu sein, um zu queerfreundlichen \u00c4rzt*innen zu kommen. Und ich hab keine Lust, dort mehr oder weniger alleine zu sein, weil viele queer sich nicht trauen, offen mit ihrer Queerness umzugehen und politisch aktiv zu sein. Und ich kenne viele queere Menschen, denen es da genauso geht.<br>Wenn die Gro\u00dfstadt-Antifa ihren j\u00e4hrlichen Ausflug zu einer Demo in der Provinz macht, ist einer der beliebtesten Spr\u00fcche &#8222;Aufruhr, Widerstand, es gibt kein ruhiges Hinterland!&#8220; und ich w\u00fcnsche mir dann jedes Mal, dass es mehr w\u00e4re, als nur ein Lippenbekenntnis. Denn doch, es gibt ein ruhiges Hinterland. Und das muss sich dringend \u00e4ndern!<br>Wir brauchen keine Gro\u00dfstadt-Antifas, die einmal im Jahr zu uns aufs Land kommen, um uns Solidarit\u00e4t vorzuheucheln. Wir brauchen richtige Solidarit\u00e4t, auch von Leuten, die nicht selber queer sind! Wir brauchen Hilfe beim Aufbau eigener Strukturen in Form von Skillsharing, oder dass ihr zu uns kommt und mit anpackt, oder uns zumindest Geld f\u00fcr die Finanzierung von Projekten gebt.<br>Wir brauchen bessere medizinische Versorgung. Queere Bildung und Sensibilisierung sollte f\u00fcr<br>\u00c4rzt*innen und medizinische Fachangestellte verpflichtend sein. Und wir brauchen einen besser ausgebauten und bezahlbaren \u00d6PNV, denn viele Queers werden systematisch in die Armut getrieben, weil sie psychisch kaputt gemacht oder bei der Jobvergabe benachteiligt werden.<br>Und vor Allem brauchen wir eine starke antifaschistische Bewegung, die nicht nur auf Demos was von Nazis jagen oder wahlweise verpr\u00fcgeln redet, sondern auch wirklich mal die Faust aus der Tasche bekommt.<br>H\u00f6rt auf, Verb\u00fcndete zu sein. Kommt auf unsere Seite und werden Kompliz*innen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eUni\u201c von Fay Uhlmann<\/h2>\n\n\n\n<p>CN: Studium, Universit\u00e4t, Geschlechterbin\u00e4rit\u00e4t, Toiletten, DGTI, Cisnormativit\u00e4t, Heteronormativit\u00e4t, falscher Geschlechtseintrag, Menstruationsprodukte, Sichtbarkeit queerer Menschen<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich 2018 mein Studium angefangen habe f\u00fchlte ich mich unsichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Uni gab es kaum Angebote zur queerness, eine Vernetzung mit anderen queeren Menschen schien mir damals unm\u00f6glich. Nur durch Gl\u00fcck und Zufall traf ich im Laufe meiner ersten Semester andere queere Menschen, Freund*innen, die mich bis heute begleiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile hat sich einiges ge\u00e4ndert. Seit 2020 ist es m\u00f6glich, sich an der TU-Dresden mit dem DGTI-Erg\u00e4nzungsausweis einzuschreiben, dieses Jahr wurde zum IDAHOBIT das erste Mal die Progressive Pride-Flag am Rektorat gehisst, es gibt einen Leitfaden zur Geschlechterinklusiven Sprache, und ich bin seit kurzem als Queere-Peerberatung eine Zentrale Anlaufstelle f\u00fcr Queers der TU-Dresden und darf auch als queere Interessenvertretung fungieren. Ich f\u00fchle mich als queere, nicht-bin\u00e4re Person sichtbarer.<\/p>\n\n\n\n<p>Das h\u00f6rt sich erstmal ganz gut an, aber auch an einer Uni von der ja meist Progressivit\u00e4t vermutet wird gibt es noch viel zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Akzeptanz des DGTI sind die IT-Systeme der TU meist noch bin\u00e4r. Mein eigener Geschlechtseintrag springt seit 2 Jahren im bin\u00e4ren mit jeder meiner Beschwerden hin und her. Geschlechtsneutrale Toiletten sucht mensch am Campus verzweifelt und findet sie nur im Geb\u00e4ude f\u00fcr Diversity-Management, oder im StuRa. Was die Schaffung von geschlechtsneutralen und FLINTA-Toiletten angeht gibt es Initiativen von studentischer Seite aus, so wie auch ein Konzept f\u00fcr kostenlose Menstruationsprodukte auf allen Toiletten. Die Umsetzung jedoch h\u00e4ngt allein von der Universit\u00e4t und dem s\u00e4chsischen Hochbauamt ab. Dieses meckert n\u00e4mlich, wenn ein bestimmter Weg vom Arbeitsplatz zu einer bin\u00e4r gegenderten Toilette nicht eingehalten wird. Somit k\u00f6nnen bestehende Toiletten nur schwer zu geschlechtsneutralen oder FLINTA* Toiletten umbenannt werden. Das alle Menschen auf geschlechtsneutrale Toiletten gehen k\u00f6nnen wird dabei anscheinend vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch haben einige Professor*innen an der TU-Dresden anscheinend immer noch nicht verstanden, dass es mehr als nur Mann und Frau, und nicht nur heteronormative Beziehungen gibt. Viele Beispiele in meinem und auch im Studium anderer waren und sind cis- und heteronormativ.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenigstens kann mensch aber der Unileitung zusprechen, dass sie daran interessiert und bem\u00fcht ist, etwas an der aktuellen Lage zu ver\u00e4ndern. Doch es gibt noch sehr viel zu tun, und die Uni muss hier aktiver werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Campusleben, die Uni und ihre Lehre brauchen dringend eine geballte Ladung Queerness und Diversit\u00e4t. Wir brauchen queere Vernetzung, und queere Repr\u00e4sentation in allen Strukturen der Universit\u00e4t, auch \u00fcber die Universit\u00e4t hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen Sichtbarkeit und Akzeptanz queerer Menschen, in allen Lebensbereichen, UND ZWAR JETZT!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Redebeitrag von Gerede e.V.<\/h2>\n\n\n\n<p>Hallo liebe Menschen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es fetzt ganz sehr, dass es auch in diesem Jahr die Queer Pride in Dresden gibt! Und es fetzt ganz sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder einen Redebeitrag beisteuern k\u00f6nnen, um unseren Teil dazu beizutragen, dass heute Stolz auf der Stra\u00dfe unterwegs ist. Aber wir bringen auch ein St\u00fcck weit Wut auf und Unverst\u00e4ndnis gegen\u00fcber den Verh\u00e4ltnissen mit!<\/p>\n\n\n\n<p>So, aber wer sind wir eigentlich und f\u00fcr wen sprechen wir? Wir sind Anne und Alex vom Gerede e.V., dem Verein f\u00fcr sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Dresden und Ostsachsen, und wir schauen gleich mal ein bisschen auf die Zust\u00e4nde auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir freuen uns, dass seit Ende 2018 endlich auch Geschlecht jenseits von m\u00e4nnlich und weiblich offiziell Anerkennung findet. F\u00fcr inter* Personen. Zumindest auf dem Papier. Wir w\u00fcrden uns allerdings deutlich mehr freuen,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>wenn auch u.a. nicht-bin\u00e4re Menschen nicht mehr darum streiten m\u00fcssten, dass ihr Identit\u00e4tsempfinden ausreichend und ma\u00dfgeblich f\u00fcr einen entsprechenden Eintrag im Ausweis ist<\/li>\n\n\n\n<li>und wenn es keine \u00c4rzt*innen mehr br\u00e4uchte, die Geschlecht attestieren und begutachten m\u00fcssen. Weil Geschlecht nicht Biologie ist und es nichts zu begutachten gibt!&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es ist eine Farce, dass trans* Personen noch immer kostspielige, langwierige und in das Pers\u00f6nlichkeitsrecht eingreifende Gerichtsverfahren durchlaufen m\u00fcssen. Selbst der Deutsche Therapeutentag spricht davon, dass die \u2013 ich zitiere \u2013 \u201evorgeschriebene(\u2026) Zwangspsychotherapie (\u2026) das Recht auf Selbstbestimmung und den Grundsatz partizipativer Entscheidung vor einer Behandlung (verletzt). Sie (,also die derzeitige Begutachtung,) widerspricht wesentlichen wissenschaftlichen Empfehlungen zur Beratung und Behandlung von transidenten Menschen\u201c<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>. Ein Selbstbestimmungsgesetzt muss endlich kommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns selbst dabei beobachtet, wie wir beim Lesen des neuen Koalitionsvertrages v\u00f6llig aus dem H\u00e4uschen gerieten, weil dort so viele wichtige Ver\u00e4nderungen festgeschrieben sind &#8211; z.B. dass alle Elternteile in einer Regenbogenfamilie bei der Geburt ihres Kindes selbstverst\u00e4ndlich als Elternteil anerkannt werden (zumindest die verheirateten) &#8211; und angesichts dessen haben wir \u201cOh, wie progressiv!\u201d konstatiert. Doch das ist nur \u201cprogressiv\u201d angesichts des Stillstands und des Backlashs in den letzten Jahren. Wir haben vor und nach der Einf\u00fchrung der \u201cEHE F\u00dcR ALLE\u201d einen regelrechten Stillstand erleben m\u00fcssen&#8230;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und so bleibt auch die aktuelle Bundesregierung weit hinter ihren Versprechen zur\u00fcck, weder der nationale Aktionsplan wurde auf den Weg gebracht, noch gibt es ein halbes Jahr nach Regierungsbildung einen entsprechenden Gesetzesentwurf f\u00fcr das angek\u00fcndigte Selbstbestimmungsgesetz. Dabei w\u00e4re es so wichtig, die \u00c4nderungen schnell und unverz\u00fcglich auf den Weg zu bringen. Die Idee eines Selbstbestimmungsgesetz ist nicht neu. Seit Jahrzehnten erarbeitet die Community unerm\u00fcdlich entsprechende Vorlagen. Und auch andere L\u00e4nder sind uns mittlerweile weitvoraus \u2013 u.a. Argentinien, Malta, Belgien, Neuseeland respektieren in und durch entsprechende(n) Gesetze(n) die Grundrechte und Selbstbestimmung von trans* Personen. Es ist alles da! Worauf noch warten?<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir damit von der Bundes- auf die Landesebene: Wir w\u00fcrden uns auch deutlich mehr freuen, wenn das, was im Gesetz steht, auch eine \u00dcbersetzung in einerseits Landesrecht und andererseits in unseren Alltag findet!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben wenig gekonnt, wenn eine Person, die trotz aller H\u00fcrden endlich den Eintrag \u201cdivers\u201d im Ausweis stehen hat, nicht die geforderte, \u201cwahrheitsgem\u00e4\u00dfe\u201d Angabe bei der Vereinbarung eines Impftermins machen kann \u2013 weil die entsprechende Angabeoption bei der Frage nach dem Geschlecht schlicht nicht zur Verf\u00fcgung steht. Oder wenn eine Person, die \u201edivers\u201c im Ausweis stehen hat, den Freistaat verklagen muss, um eine staatliche Anerkennung ihres Abschlusses logischerweise nicht in m\u00e4nnlicher oder weiblicher Form ausgestellt haben m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn wir schon bei Armutszeugnissen sind, kommen wir gleich mal in den s\u00e4chsischen Bildungs- und Gleichstellungskontext: wir haben einen Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt der Lebensformen, der sich die \u201eSchaffung von Diskriminierungsfreiheit und Verbesserung der Akzeptanz\u201c auf die Fahnen schreibt. Als Ma\u00dfnahme definiert er \u2013 ich zitiere \u2013 : \u201eBildungsprojekte zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sollen ein langfristig gesichertes, freiwilliges und erg\u00e4nzendes Unterst\u00fctzungsangebot f\u00fcr Sch\u00fcler(*)innen (\u2026), Lehrende sowie Eltern (\u2026) im gesamten Freistaat Sachsen sein\u201c<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>. Gleichzeitig fiel zum letzten Jahreswechsel pl\u00f6tzlich die F\u00f6rderung unseres langj\u00e4hrigen queeren Bildungsprojekts \u201cRespekt beginnt im Kopf!\u201d nach 16 Jahren ersatzlos weg. Das einzige queere Bildungsprojekt in Dresden und Ostsachsen. In einer Region, in der es statistisch 40 % der Bev\u00f6lkerung ekelhaft finden, wenn sich Homosexuelle auf der Stra\u00dfe k\u00fcssen<a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a>, in einer Region, in der besonders rechte Einstellungen anzutreffen sind<a href=\"#sdfootnote4sym\" id=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Dresdner Stadtrat sprang dankenswerter Weise in die Presche: wir k\u00f6nnen nun seit Mai bis zum Jahresende wieder Projekte an Dresdner Schulen durchf\u00fchren. So viel Einigkeit \u00fcber die Fraktionsgrenzen der demokratischen Parteien hinweg haben wir selten gesehen, ein starkes Zeichen f\u00fcr Dresden! Und was passiert in Ostsachsen? Nichts\u2026 eine fatale Entwicklung, denn statt die Region attraktiver und queerfreundlicher zu gestalten, \u00fcberl\u00e4sst man den Raum der sich ausbreitenden rechten Hegemonie.<\/p>\n\n\n\n<p>Das zeigt nicht zuletzt in welch prek\u00e4ren Strukturen wir uns befinden. Wenn die \u201cach\u201d so wichtige Arbeit von j\u00e4hrlichen Projektantr\u00e4gen abh\u00e4ngt, die jederzeit mit der Aussage \u201ezu wenig Geld im Topf\u201c in den Boden gestampft werden k\u00f6nnen, dann l\u00e4uft irgendetwas schief \u2013 nicht nur in Sachsen. Bildungs- und Beratungsarbeit im Bereich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt braucht selbstverst\u00e4ndliche, langfristig gesicherte und solide Finanzierung. Diese Arbeit kann und darf kein Zugest\u00e4ndnis, keine sogenannte freiwillige Aufgabe sein. Sie sch\u00fctzt Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend deshalb noch ein kurzer Schwenk zur kommunalen Ebene: am 10. Juli findet der 2. Wahlgang zur OB-Wahl statt. F\u00fcr ein Mehr an Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung in Dresden sieht es ganz gut aus. Wir ermuntern uns deshalb alle, lasst uns w\u00e4hlen gehen! Ihr wollt noch mal wissen, wie die Kandidat*innen zur Gleichstellung in Dresden stehen? Unter wahlpr\u00fcfsteine-gleichstellung-dresden.de findet ihr die Wahlpr\u00fcfsteine des Netzwerks der Dresdner Gleichstellungsprojekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Homepage findet ihr demn\u00e4chst auch alle Infos zu den derzeit laufenden Verhandlungen zum Dresdner Haushalt 2023\/2024 und auch hier sieht vermutlich wieder prek\u00e4r f\u00fcr die Jugendarbeit und die Gleichstellungsarbeit in Dresden aus. Von \u201eEinsparungen\u201c und \u201eK\u00fcrzungen\u201c wird wieder einmal gesprochen. Gemeinsam mit der Kampagne \u201eJugendarbeit sichern, Zukunft gestalten\u201c wird die derzeit entstehende Kampagne \u201eWir mit euch, Gleichstellungsarbeit sichern\u201c dagegen k\u00e4mpfen. Wir freuen uns \u00fcber Unterst\u00fctzung!<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau diese Vernetzungen und gemeinsamen K\u00e4mpfe, in denen wir alle immer wieder verstrickt sind, geben uns Hoffnung und machen uns stolz auf das, was wir alle in den letzten Jahren erreichen konnten. Wir machen das gut \u2013 jeden Tag neu! &#8230;und wir sind ein WIR, ein gro\u00dfes, buntes, wunderbares WIR. Wir sind mutig und stark und wir k\u00e4mpfen weiter! Jetzt und auch in Zukunft!<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/225768\/40-Deutscher-Psychotherapeutentag-in-Stuttgart-Wir-brauchen-ein-Gesetz-zur-Finanzierung-der-Weiterbildung\">https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/225768\/40-Deutscher-Psychotherapeutentag-in-Stuttgart-Wir-brauchen-ein-Gesetz-zur-Finanzierung-der-Weiterbildung<\/a> (22.06.2022)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> S\u00e4chsisches Staatsministerium f\u00fcr Soziales und Verbraucherschutz Gesch\u00e4ftsbereich Gleichstellung und Integration (Hg.) (2017): Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentw\u00fcrfen (S. 24). Dresden: Eigenverlag.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Vgl. Oliver Decker &amp; Elmar Br\u00e4hler (Hg.)(2020): Autorit\u00e4re Dynamiken. Alte Ressentiments \u2013 neue Radikalit\u00e4t (S.67). Gie\u00dfen: Psychosozial-Verlag<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\" id=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Vgl. Vgl. Andreas Zick &amp; Beate K\u00fcpper (Hg.) (2021): Die geforderte Mitte (S.56). Bonn: J.H.W.Dietz Nachf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eKleinfamilie\u201c von Antifa Kollektiv<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir alle kennen sie: die klassische Kleinfamilie. Die meisten von uns sind in ihr aufgewachsen. Ich bin auch in ihr aufgewachsen. Wir alle kennen den Vater, der das meiste Geld ranschafft und der bestraft und belohnt. Wir kennen die Mutter, die entweder Hausfrau ist oder einen Teilzeit job macht und der man auch gehorchen muss. Und dann die Kinder, die Befehle entgegennehmen, die von den Eltern lernen was richtig und falsch ist; f\u00fcr die Eltern, gerade in jungen Jahren der wichtigste Bezugspunkt sind. In dieser Kleinfamilie lernen wir auch, dass genau diese der einzig wahrhaftige Weg ist um Kinder aufzuziehen und eine Familie zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber hinter ihrem Schein von Geborgenheit und Sicherheit verbirgt sich ein ganzes Netz aus autorit\u00e4ren Strukturen und Missbrauch. Sie ist letztendlich die Keimzelle des Faschismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuf\u00e4llig machen alle rechte Parteien die Familie zu einen ihrer Hauptthemen. Auf der Website der AfD steht an erster Stelle zur Familienpolitik:Die AfD bekennt sich zur Familie als Keimzelle unserer Gesellschaft. Auch auf der Wahlthemen Liste der NPD steht Familie an 2. Stelle und schon die NSDAP legte besonderen wert auf die Kleinfamilie in dem sie zum Beispiel das Mutterkreuz an M\u00fctter mit besonders vielen Kindern verlieh. Dass Faschisten ein Familien- Fetisch haben ist nicht zuf\u00e4llig. In der Kleinfamilie wird die Blutideologie gepredigt. Uns wird beigebracht, dass die mit unserem Blut wichtiger sind, als alle au\u00dferhalb der Familie. Zu denen m\u00fcssen wir eine Beziehung f\u00fchren und uns um sie materiell und emotional k\u00fcmmern. Das beg\u00fcnstigte die Blutideologie der Faschisten. Au\u00dferdem lernen wir in der Kleinfamilie von klein auf autorit\u00e4tsh\u00f6rig zu sein und uns scheinbar nat\u00fcrlichen Hierarchien zu unterwerfen. Wir werden durch die Struktur der Kleinfamilie darauf trainiert in einem Staat h\u00f6rige B\u00fcrger*innen zu sein. Regierbar zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon ist die Kleinfamilie auch einfach ein n\u00fctzliches Tool f\u00fcr den Staat. Sie nimmt dem Staat kostenlos die Betreuungspflege ab. Es ist doch ganz klar, dass (meistens die FLINTAs*) sich um die alten Menschen der Familie k\u00fcmmern und die jungen Menschen versorgen. Wenn die Familien dies nicht tun w\u00fcrden, w\u00e4re eine Betreuung durch den Staat unm\u00f6glich und so baut der Staat gezielt auf unbezahlte Care- Arbeit. Und nat\u00fcrlich liefert die Kleinfamilie, die Kinder die der Staat braucht um zu existieren. Und deshalb fl\u00fcstern uns Rechte zu die Familie sei ein wichtiges gut, was man sch\u00fctzen muss, was uns Sicherheit gibt. Doch schon das allein stimmt nicht: Laut einer Studie der Vereinigten Nationen, wurden 2017 rund 50 000 FLINTAs* weltweit von ihren Partnern oder anderen Familienangeh\u00f6rigen get\u00f6tet. 2019 gaben die Jugend\u00e4mter an bei rund 55.500 Kindern eine Kindesohlgef\u00e4hrdung in der Familie festgestellt zu haben. Darunter z\u00e4hlen, physische und psyschiche Gewalt, Vernachl\u00e4ssigung und sexuelle Gewalt. Die Familie ist alles andere als Sicher; f\u00fcr viele von uns hei\u00dft sie Gewalt und Trauma.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die meisten von uns passen gar nicht in das Vater Mutter Kind Bild. Wenn wir Kinder kriegen wollen k\u00f6nnen wir gar nicht der monogamen hetero Kleinfamilie entsprechen schon allei wegen unser Genderidentit\u00e4t und unserer Sexualit\u00e4t. Und wir werden auch aktiv rausgehalten aus diesem Konzept. Ja, mittlerweile k\u00f6nnen schwule und lesbische Paare heiraten aber f\u00fcr alle anderen ist eine Hochzeit immer noch in unerreichbarer Ferne. Und selbst wenn wir heiraten und so wenigsten steuerliche Vorz\u00fcge kriegen, wissen wir alle wie schwer es ist als queeres Paar eigene Kinder zu bekommen oder zuadoptieren. Auf allen B\u00fcrokratischen Ebenen hindert uns der Staat daran Familien zu gr\u00fcnden. Wir passen einfach nicht in das Perfekte Bild der Kleinfamilie in der immer wieder Heterosexualit\u00e4t, Cis- sein und Monogamie gepredigt wird. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir uns jetzt dar\u00fcber beschweren und nach der angeblichen \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c auch \u201eKinder f\u00fcr alle\u201c oder \u201eKleinfamilie f\u00fcr alle\u201c fordern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ganz ehrlich: ich hab kein Bock darauf! Ich will mich gar nicht anpassen und dem normativen Familienkonzept nacheifern. Wenn wir schon nicht in das Idealbild der Kleinfamilie passen, dann machen wir doch einfach was anderes! Nicht konform sein ist doch ein Chance ganz eigene Familienkonzepte zu entwickeln. Queere Familienkonzepte die aus der faschistischen Kleinfamilie ausbrechen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Queers haben eine lange Geschichte der alternativen Familienkonzepte. Ich spreche zum Beispiel von den Houses der Voguing Community, die in den 60ern in der Trans und Schwulen POC Szene in den USA aufkamen. Houses sind Familien, die nicht auf Blutverwandtschaft basierten. Sie waren Wahlfamilien mit bewusst ausgew\u00e4hlten Menschen ; die Schutz boten von der queerfeindlichen und gewaltvollen Au\u00dfenwelt. Lasst uns diese Geschichte wieder aufnehmen und uns von ihr inspirieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns Familien gr\u00fcnden, bei dem Kinder nicht angewiesen sind auf eine monogame, romantische Beziehung von zwei Eltern. Lasst uns Familien Gr\u00fcnden, bei denen Kinder 3, 4,5 oder noch mehr Bezugspersonen haben. Wie viele Familien sind schon gescheitert an der romantischen, monogamen Beziehung der Eltern? Das muss nicht sein. Eine Familie kann aus ganz vielen Erwachsenen bestehen, die nicht romantisch aufeinander angewiesen sind. Warum ziehen wir nicht Kinder mit einem Netz von Freunden auf? Somit k\u00f6nnen wir uns entfernen von der Exlusivit\u00e4t und der Vormachtsstellung der \u201ebiologischen\u201c Eltern. Lasst uns Hierarchie kritische Familien bilden. Der Faschismus wird in unseren<br>Familien kein Platz haben! Lasst uns Familien gr\u00fcnden, die uns unregierbar machen und den Staat ins wanken bringen.Denn die Kleinfamilie ist nicht ein naturgegebenes Konstrukt! sie ist ein Glaubenssystem! Also lasst uns vom Glauben abfallen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Redebeitrag von Waldbesetzung Heibo<\/h2>\n\n\n\n<p>Hallo!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind der Heibo, eine Waldbesetzung bei Dresden. Hier soll Kies abgebaut werden- klimatechnisch ne ganz sch\u00f6ne kackschei\u00dfe. In ganz kurz: durch den Kiesabbau geht ein Moor kaputt und somit steht die Grundwasserversorgung der gesamten Region in Gefahr. Und wir wollen erst gar nicht anfangen \u00fcber den Bausektor zu reden, f\u00fcr den der Kies abgebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wir weiter auf diesem Planeten leben und feiern k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir checken, dass wir die Grundlage davon nicht weiter zerst\u00f6ren d\u00fcrfen. Wir setzen dieser Zerst\u00f6rung den Versuch eines guten Lebens entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir reden heute als Einzelpersonen und nicht f\u00fcr die gesamte Besetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch leben wir in der Besetzung mit anderen Menschen, mit denen wir auch ein solidarisches Leben abseits kapitalistischer normen aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir \u00fcberlegen und probieren in unserem miteinander wie alle Bed\u00fcrfnisse befriedigt werden k\u00f6nnen. Unser ziel ist es dabei m\u00f6glichst schadfrei unserer Mitwelt zu begegnen und sind mit dem versuch eines solidarischen Zusammenlebens nicht die ersten. Wir reihen uns damit in die weltweiten K\u00e4mpfe f\u00fcr Klimagerechtigkeit ein und solidarisieren uns mit allen, die dadurch vin Repressionen betroffen sind und bedroht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir finden so ein Zusammenleben ist ganz sch\u00f6n queer, in einer Gesellschaft, in der Menschen durch heteronormative romantische Zweierbeziehungen vereinzeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind ja tolerant, aber diese Heten- Denkt doch mal an die Kinder. Als w\u00e4re ja nicht eh fast jeder Tag eine Art straight pride.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt als queers wollen wir nicht einfach die romantischen Beziehungen von Heten nachmachen. Eine Ehe f\u00fcr alle ist eben nicht die langersehnte L\u00f6sung all unserer Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben es so satt, dass die romantische 2-er-beziehung so glorifiziert wird, w\u00e4hrend alles andere nur nebenbei passiert. Oft fragt Mensch ja Sachen wie: &#8222;na was l\u00e4uft gerade so romantisch bei dir?&#8220; F\u00fcr manche ist klar was gemeint ist. Ich steh dann aber da und fang an alle Leute aufzuz\u00e4hlen, die grad im Wald sind, die f\u00fcr mich da sind und f\u00fcr die ich da bin, mit denen ich gerade viel Zeit verbringe, mit denen ich kuschel, Lieder singe, baue oder raufe und wei\u00df gar nicht wo ich anfangen oder aufh\u00f6ren soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir geben also ein ganz gro\u00dfes shoutout an platonische Liebe, an Liebesdreiecke, an Freund*innnen, an Polycules aller Art, an all die die gl\u00fccklich Single sind, nicht oder grey- romantische Liebe, an romantische Liebe ohne Sex, an Sex ohne romantische Liebe, an gemeinschaftlich organisierte F\u00fcrsorgebeziehungen. Wir w\u00fcssten nicht, wie wir diesen schei\u00df Kapitalismus sonst \u00fcberleben w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>An alle die, die sich jetzt an den Kopf fassen, an die ewig gestrigen: wir sagen nochmal einfach f\u00fcr euch. Wir wollen nicht romantisch sein m\u00fcssen. Wir wollen nicht nach euren Vorstellungen lieben m\u00fcssen. Wir wollen nicht unser Leben auf der Suche nach der idealen Partnerperson verbringen m\u00fcssen. Wir erteilen diesem absurden Optimierungsdrang eine Absage! Liebe muss nicht kapitalistisch sein! Stattdessen feiern wir unsere chosen family. Obwohl wir feiern, laufen wir heute auch gegen ein patrichales System, das uns unterdr\u00fcckt. Das versucht uns vorzuschreiben, wie wir sein sollen und uns daf\u00fcr angreift wer wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns gemeinsam die Z\u00e4hne fletschen. Lasst uns gemeinsam f\u00fcr eine solidarische Welt k\u00e4mpfen, in der wir Verantwortung f\u00fcreinander \u00fcbernehmen. Lasst uns f\u00fcr eine Welt k\u00e4mpfen, in der wir gemeinsam gewaltvolle Strukturen identifizieren, uns diesen entgegenstellen und selbst Verantwortung \u00fcbernehmen.<br>Wir freuen uns, dass wir alle zusammen auf der Stra\u00dfe stehen. Gemeinsam k\u00e4mpfen wir f\u00fcr Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und ein gutes Leben f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Queers die k\u00e4mpfen, sind queers die leben &#8211; Lasst uns das System aus den Angeln heben.<br>Und weil zum K\u00e4mpfen auch feiern, empowerment und unsere Gemeinschaft geh\u00f6ren, schicken wir euch ganz viel Kraft und Solidarit\u00e4t.<br>Und never forget &#8211; Lieber queer und lebensfroh als verklemmt und hetero!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201ePart 3\u201c von kosmotique<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tami Hart!<\/h3>\n\n\n\n<p>Queere Solo-Sing-A-Song-Writerin, die als Teenagerin beim pro Queer und feministischen Mr. Lady Label debuetierte \u2013 selbstverst\u00e4ndlich mit den drei Big L des Teenage: Loss, Love and Loneliness. Danach in mehreren Band-Projekten \u2013 erst Bassistin beim Musik- und Performance-Kollektiv JD Samson &amp; MEN, dann Frontwoman von Making Friendz und Teen Vice.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">The Slits!<\/h3>\n\n\n\n<p>Britische Punk Band der ersten Stunde \u2013 all! Women! 1976 von Teenagerinnen gegr\u00fcndet \u2013 angepisst von den vorangegangenen Versuchen, mit M\u00e4nnern Musik zu machen, die schlie\u00dflich alles kontrollierten, uebernahmen und in den Sand setzten. Eine der einflussreichsten und innovativsten Bands der Punkbewegung. Das Beste: ihre schiere Unf\u00e4higkeit, Kompromisse einzugehen oder sich mit ihrem Sexappeal zu verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hanin Elias!<\/h3>\n\n\n\n<p>Berlin: Sie rannte von zu Hause weg und gr\u00fcndete mit anderen Teenager*innen kurz nach der Wende die antifaschistische Elektro-Punk-Band Atari Teenage Riot, dabei Digital Hardcore erfunden. Gr\u00fcndete anschlie\u00dfend Fatal Recordings, ein Digital-Hardcore-Label nur f\u00fcr female und female-identifying Artists in einer m\u00e4nnerlastigen Musikszene.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hazel Dickens!<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine der ersten Frauen, die sich in der m\u00e4nnlich-dominierten Welt der Bluegrass-Musik duchsetzte und mit ihrer Partnerin 1965 ein Album aufnahm. Provozierte vor allem solo mit feministischen und mit Gewerkschaftssongs und wurde zur Stimme der Arbeiter*innen im Kohlebergbau von West Virginia.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cathy Sisler!<\/h3>\n\n\n\n<p>Feministische lesbische Performance- und Videok\u00fcnstlerin, Musikerin, Schriftstellerin in Canada, besonders in den 80er und 90er Jahren. Themen ihrer Arbeiten: Sicht- und Unsichtbarkeit von Frauen und queeren Personen im \u00f6ffentlichen Raum, die Abweichung von normativen Handlungsformen, Identit\u00e4t und Konformit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Shirley Muldowney!<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8222;First Lady of Drag Racing&#8220;, amerikanische Autorennfahrerin. Sie war 1973 die erste Frau, die von der National Hot Rod Association eine Lizenz zum Fahren eines Top Fuel Dragsters erhielt. Sie gewann die NHRA Top Fuel-Meisterschaft 1977, 1980 und 1982 und war damit die erste Person, die zwei und drei Top Fuel-Titel gewann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Urvashi Vaid!<\/h3>\n\n\n\n<p>In Neu-Delhi geborene, US-amerikanische Juristin und LGBT-Aktivistin. Ihre \u00dcberzeugung: Die Institutionen der Gesellschaft m\u00fcssen durch die Bewegung transformiert werden. Akzeptanz reicht nicht!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Valie Export!<\/h3>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstlerin mit dem Namen einer Zigarettenmarke, um ihre patriarchalischen Geburts- und Ehenamen abzulegen. Schuf in den 1960er und 1970er Jahren einige der wildesten feministischen Kunstwerke in Europa, die sich mit der Verf\u00fcgbarkeit und dem medialen Zugriff auf den weiblichen K\u00f6rper auseinandersetzten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cathy Opie!<\/h3>\n\n\n\n<p>Fotografin, die besonders in den 90er Jahren in gro\u00dfartigen Arbeiten die queere Subkultur portr\u00e4tierte und in extrem schmerzlichen Selbstportr\u00e4ts den gesellschaftlichen Blick auf Queerness entlarvte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">James Baldwin!<\/h3>\n\n\n\n<p>Einer der gr\u00f6\u00dften Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Eindringliche und wortgewaltige Texte \u00fcber Schwarzsein und Homosexualit\u00e4t, lange bevor die soziale, kulturelle oder politische Gleichstellung dieser Gruppen erk\u00e4mpft wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diane DiMassa!<\/h3>\n\n\n\n<p>Feministische K\u00fcnstlerin und Autorin. Schuf in den 90ern den kultigen Underground-Comic Hothead Paisan: Homicidal Lesbian Terrorist \u00fcber die lesbische Feministin namens Hothead, die es sich zur Aufgabe macht, die Welt von m\u00e4nnlichem Abschaum zu befreien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aretha Franklin!<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Queen of Soul. Nummer-1-Hit: Respect! R-E-S-P-E-C-T \u2013 Find out what it means to me!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Joan Jett!<\/h3>\n\n\n\n<p>Musik-Ikone. Sang die erfolgreichste Version von &#8222;I Love Rock&#8217;n&#8217;Roll&#8220;, aber das erst nachdem ein Label nach dem anderen Joan Jett nach Aufl\u00f6sung der Seventies-All-Girls-teenage-Band &#8222;The Runaways&#8220; ablehnte &#8211; wegen ihres androgynen \u00c4u\u00dferen, mit ihrem zu unweiblichen Auftreten. Mehr als nur eine Inspiration f\u00fcr die Riot Grrrl Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mia X!<\/h3>\n\n\n\n<p>Amerikanische Rapperin und Songwriterin. Sie war die erste weibliche emcee, die 1994 einen Vertrag beim Plattenlabel No Limit Records erhielt. Sie wurde als die Mutter des Southern Gangsta Rap bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Krystal Wakem!<\/h3>\n\n\n\n<p>Vielleicht einfach eine Freundin. Wir alle brauchen eine feministische Freundin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dieser Seite findest du die Redebeitr\u00e4ge zum Tag der Queer Pride Dresden. \u201eQueer Resistance\u201c von der AIL Liebe Queers und liebe Allies aller Farben! Liebe Demonstrierende, liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen! Wir von der AIL wollen unseren Redebeitrag der widerst\u00e4ndigen queeren Praxis widmen. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, wer immer mal einen Blick in die <a href=\"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/reden\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  Reden 2022<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-462","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=462"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/462\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":656,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/462\/revisions\/656"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}