{"id":205,"date":"2021-09-06T08:33:32","date_gmt":"2021-09-06T06:33:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?page_id=205"},"modified":"2022-06-24T11:05:12","modified_gmt":"2022-06-24T09:05:12","slug":"redebeitraege","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/redebeitraege\/","title":{"rendered":"Redebeitr\u00e4ge 2021"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dieser Seite sind die Redebeitr\u00e4ge zum Tag der Queer Pride Dresden in schriftlicher Form ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antifaschistische Initiative L\u00f6btau<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Queers und liebe Allies aller Farben!Liebe Demonstrierende, liebe Freund:innen, liebe Genoss:innen!<br>Wir von der AIL wollen unseren Redebeitrag dem Zusammenhalt unter FLINTA widmen.<br>Im Englischen gibt es daf\u00fcr den sch\u00f6nen Begriff Sisterhood. Ein Wort f\u00fcr feministische Solidarit\u00e4t &#8211; f\u00fcr den Zusammenhalt derer, die dem Patriarchat widerstehen wollen, die widerstehen m\u00fcssen, um nicht zum Schweigen oder zu Tode gebracht zu werden.Wir suchen noch ein passendes deutsches Wort f\u00fcr diesen Zusammenhalt &#8211; aber wir suchen auch die Praxis!&nbsp;Dass wir als FLINTA gemeinsam viel erreichen k\u00f6nnen, zeigen Tage wie der heutige. Wie wichtig unser Zusammenhalt ist, sehen wir im allt\u00e4glichen Kampf gegen Sexismus immer wieder sehr eindrucksvoll.&nbsp;<br>Gleichzeitig gibt es aber auch jede Menge trennende Mechanismen unter uns, die unseren Kampf f\u00fcr ein besseres Leben erschweren.Leider ist es keine Seltenheit, dass sich FLINTA gegenseitig abwerten. Ein Kommentar \u00fcber die alberne pinke Jacke, eine vergessene Einladung zum n\u00e4chsten Treffen oder das Ignorieren von Bedenken bei Aktionen. Immer wieder stehen FLINTA sich selbst im Weg und wir m\u00fcssen das Problem klar bennen: es hei\u00dft internalisierte Misogynie und trans-Feindlichkeit. Wenn wir Menschen mit Make-Up und Z\u00f6pfen als &#8222;zu tussig&#8220; wahrnehmen, dann hat das Folgen. Wenn wir unsere Stimmen weniger ernst nehmen als die von cis-M\u00e4nnern, kann es sein, dass sich Menschen an m\u00e4nnliche Standards anpassen.&nbsp;Feminismus darf aber nicht nur Jogginghose und Sneaker hei\u00dfen, auch mit Kleid und St\u00f6ckelschuhen k\u00f6nnen wir uns emanzipieren. Diese Vorurteile sind keine \u00dcberraschung. Auch wir wachsen in einer Gesellschaft auf, in der Egoismus belohnt wird, und nicht Solidarit\u00e4t.&nbsp;Wir m\u00fcssen uns also immer wieder selbst daran erinnern, dass wir Strukturen schaffen, in denen alle einen Platz haben. Lasst uns das zusammen angehen! Und liebe cis-M\u00e4nner: hinterfragt bitte auch ihr eure Vorurteile, Rollenbilder und Klischees!<br>Wir denken, dass die Pride ein guter Raum daf\u00fcr ist um H\u00fcrden abzubauen. Lasst uns ins Gespr\u00e4ch kommen, wie wir uns besser zusammenschlie\u00dfen. Lasst uns weiter unsere B\u00fcndnisse ausbauen, neue Freund*innenschaften schlie\u00dfen und uns in allen Lebenslagen supporten. Wir freuen uns darauf, dem Sexismus jeden einzelnen Tag den Kampf anzusagen.&nbsp;Wir m\u00f6chten uns bei allen bedanken die den Tag vorbereitet und m\u00f6glich gemacht haben. SUPPORT YOUR LOCAL GRRRL GANG! F\u00dcR MEHR SISTERHOOD!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausl\u00e4nderrat Dresden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hallo, ich bin Yolanda, 32 Jahre alt und komme aus Georgien. Ich will \u00fcber die Situation von LGTBQ-Personen in meinem Heimatland sprechen und warum sie zum Beispiel nach Deutschland fl\u00fcchten. Der georgische Staat steht auf der Seite der Gewalt. Die georgischen Beh\u00f6rden unternehmen nichts, um queere Menschen zu sch\u00fctzen. Wir haben nicht das Recht uns zu versammeln und sind h\u00e4ufig Opfer von Gewalt durch homophobe und transphobe Menschen. Nur traditionelle heteronormative Familien k\u00f6nnen in Ruhe und Frieden leben. Queere- Paare k\u00f6nnen das nicht. Die \u00c4nderung des Geschlechts im Pass geht erst nach einer Operation und die Homoehe ist verboten. Das Antidiskriminierungsgesetz existiert nur auf dem Papier. Aus alle diesen Gr\u00fcnden ist ein freies und selbstbestimmtes Leben f\u00fcr uns in Georgien nicht m\u00f6glich. Es gibt keinen Platz f\u00fcr uns in diesem Land. Ich bin sehr dankbar daf\u00fcr, dass ich hier ein Leben f\u00fchren kann, so wie ich es mir vorstelle. Ich habe mich gefunden und kann das sein was ich m\u00f6chte. Aber es gibt auch hier Schwierigkeiten. Zum Beispiel eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten bei der Hormontherapie f\u00fcr Asylbewerber:innen oder Wartezeiten bei der \u00c4nderung des Geschlechts im Pass. Auch hier erleben queere Menschen t\u00e4glich Diskriminierung und Ausgrenzung. Es bleibt also noch viel zu tun.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alexia Metge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einleitende Worte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir feiern hier auf der Dresdner Stra\u00dfe unsere Queere Pride \u2013 laut, glitzernd, empowernd. Aber nicht alle k\u00f6nnen mitfeiern. Unsere Gesellschaft ist trans*feindlich, stigmatisiert Menschen, dr\u00e4ngt sie dadurch in Armut, prek\u00e4re Jobsituationen und Wohnungslosigkeit.&nbsp;Trans* und nonbin\u00e4re Menschen sind oft staatlicher Repression ausgesetzt und mit Knast konfrontiert. Im Gef\u00e4ngnis werden Menschen dann um viele Rechte beraubt. Es ist bis jetzt so, dass die medizinische Begleitung einer Transition abgelehnt werden kann, mit der Begr\u00fcndung, man solle transitionieren, wenn man aus dem Knast wieder rauskommt. Menschen werden gezwungen, begonnene Behandlungen abzubrechen. Das ist menschenunw\u00fcrdig! Queers im Knast brauchen unsere Solidarit\u00e4t!Wir schrieben bei einer Veranstaltung der Queer Pride im Juni Briefe an trans*Menschen im Knast. Unteranderem an Alexia in der JVA K\u00f6ln. Sie k\u00e4mpft im Ge\u00adf\u00e4ng\u00adnis um die Rechte von trans*, nonbin\u00e4r und intergeschlechtlichen Menschen. Mit ihrer Unterst\u00fctzer*innen Gruppe namens &#8218;Solidarity1803&#8216; hat sie einen Forderungskatalog ver\u00f6ffentlicht.&nbsp;Sie schrieb eine Rede f\u00fcr uns und euch, die wir jetzt vorlesen werden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">___________________Beitrag f\u00fcr die Queerpridevon Alexia Metge<br>[Es geht \u00fcber] trans* inter* und queer* Personen in Haft.[Es geht um die] Ver\u00e4nderungen des Haftalltags und die Folgen der Auswirkungen von Haft.<br>Es befinden sich viele trans* inter* und queere Menschen in Haft. Die Situation ist f\u00fcr viele nicht tragbar. Anfeindungen, Diskriminierungen und Isolation sind an der Tagesordnung. Sei es von Mitinhaftierten oder auch von den Bediensteten und den Leitungen der Haftanstalten.Das muss sich einfach \u00e4ndernEin Schwarz-Wei\u00df darf es nicht mehr gebenDie Ignoranz und Intoleranz muss einfach verschwinden<br>Es m\u00fcssen Ver\u00e4nderungen in den Strafvollzugsgesetzen erfolgen. [Diese sind: ]<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1.<em> Mitbestimmung der einzelnen Personen \u00fcber die Unterbringungin den zweigeschlechtlichen M\u00e4nner und Frauenkn\u00e4sten<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>2. Flexibilit\u00e4t bei der Vollzugs- und Wiedereingliederungsplanung unter Ber\u00fccksichtigung des erh\u00f6hten Armutrisikos von trans* inter* und queeren Personen bei der Entlassung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>3. Zugang zu spezifischer Gesundheitsversorgung <em>(wie zum Beispiel Hormonersatztherapien, geschlechtsangleichende medizinische Ma\u00dfnahmen und regelm\u00e4\u00dfige \u00e4rztliche Begleitung dieser)<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>4. M\u00f6glichkeit der Namens und Personenstands\u00e4nderung w\u00e4hrend der Haft<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>5. Schutz vor psychischer Gewalt und physischer Gewalt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>6. Zugang zum Internet f\u00fcr Kontaktaufnahme mit Beratungsstellen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>7. Einzelfallorientierte Entscheidung \u00fcber Durchsuchungen und die Erm\u00f6glichung der gemeinsamen Unterbringung mit Kind auch f\u00fcr nicht-weibliche Gefangene<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es muss endlich der Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes zur sogenannten &#8218;Dritten Option&#8216; vom 10.10.2017 umgesetzt werden.&nbsp;F\u00fcr alle vulnerablen Personengruppen! [einfacher: leicht verletzbaren]&nbsp;Wir leben ja schlie\u00dflich nicht mehr in der Kreidezeit.In diesem Sinne, Alexia Metge<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">_________Ihr k\u00f6nnt Alexia antworten. Schreibt dazu Briefe an:Alexia Metge, Rochusstra\u00dfe 350, 50827 K\u00f6ln<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Colectiva Feminista de Abya Yala<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a1\u00a1\u00a1Hola a todas, todes, todos! \u00a1\u00a1\u00a1Maricas, lesbianas, areperas, <em>sapat\u00f5es<\/em>, cachaperas, tortas, bixas, bees, dragas, trans, no-binaries y queers!!!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nosotras, la colectiva Feminista de Abya Yala, saludamos a toda la comunidade LGBTQI+ latina de Dresde!!!!! Nos encanta saber que somos tantas maricas latinxs aqu\u00ed, aunque son muy pocos los espacios que tenemos para socializar o construir redes de contacto y soporte comunitario. A este contexto se le suma el crecimiento espantoso e ininterrumpido en los \u00faltimos a\u00f1os de los movimientos fascistas y de derecha en toda Alemania, pero particularmente en Sajonia y en esta ciudad que nos amenaza en dos sentidos: por su homofobia y por su racismo. En octubre de 2020, una pareja de gays fueron atacados por un var\u00f3n que provoc\u00f3 la muerte de uno de ellos. Menos de un a\u00f1o despu\u00e9s, un gay afrodescendiente y migrante, sufri\u00f3 ofensas homof\u00f3bicas en plena Neustadt. Nosotras mismas hemos sufrido lesbofobia en un lugar que tenemos que se\u00f1alar como nazi y homof\u00f3bico, que es Gr\u00fcner Salon, en la Neustadt, donde se rehusaron a atendernos y se burlaron en nuestras caras. \u00bfPor qu\u00e9? Por lesbianas migrantes, y porque al ser lesbianas no cumplimos con las expectativas sexualizantes que tienen sobre nuestras cuerpas; porque no nos ubicamos en el lugar donde nos quieren ubicar. No venimos a Alemania a ser mujeres latinas sensuales, voluptuosas y feminizadas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pero tampoco venimos ac\u00e1 a vivir la id\u00edlica vida homosexual que el capitalismo propone como estilo de vida. El sistema toma todo lo disruptivo y lo hace parte de s\u00ed mismo, lo lic\u00faa hasta que pueda asimilarse dentro del capitalismo. Vac\u00eda de sentido cada lucha, despolitiza cada gesto, y comercializa estilos de vida coloridos y diversos como una variante m\u00e1s de ser-en-el-capitalismo. Pero nosotras no queremos ser-en-el-capitalismo. No queremos encontrar la \u201cmedia naranja\u201d, formar una familia monoparental y seguir reproduciendo todos los esquemas de vida hegem\u00f3nicos; no queremos repetir patrones de consumo que nos est\u00e1n llevando al autoexterminio y a la extinci\u00f3n del mundo como lo conocemos. No queremos modelos de vida que saquean la naturaleza, ni formas de vincularnos que no crean redes solidarias sino peque\u00f1os b\u00fankeres de supervivencia.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nosotras como mujeres diversas, lesbianas y migrantes, queremos m\u00e1s espacios que fomenten los encuentros entre nuestra comunidad, libres de discriminaci\u00f3n y racismo. Queremos una comunidad latina gay m\u00e1s unida. Queremos que nosotres les migrantes latines y de otros lugares podamos caminar por la calle sin miedo a ser atacades o sexualizadas por nuestras cuerpas. Pero seamos realistas, la batalla en contra de la homofobia, el racismo, el exotismo de nuestras cuerpas diversas y la xenofobia es pan de cada d\u00eda. Pero sabemos que <strong>siempre<\/strong> encontraremos la forma de hacernos respetar en esta tierra extra\u00f1a, as\u00ed como lo hemos hecho en nuestros pa\u00edses de origen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00a1LES QUEERS LATINXS EXISTIMOS Y RESISTIMOS!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>in english:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hello everybody!! Maricas, lesbianas, areperas, sapatoes, cachaperas, tortas, bixas, bees, drags, trans, no-binaries and queers!!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">We are the Feminist Collective de Abya Yala. We say hello to the whole latin LGBT+ community in Dresden!!! We are really happy and enjoy that we are so many maricas latinxs here, even if there are just a few spaces to hang out together, know each other or build up networks of community care. In the last years there is also the horrifying fact that the fascist and right-wing movement is continuously growing in whole Germany, but specially in Saxony and in this city this is threatening us double: because of homophobia and because of racism. In october 2020, in Dresden, a gay couple was attacked by a male person, who killed one of them. Less than one year later, a gay migrant black person suffered homophobic violence in the middle of Dresden Neustadt. We ourselves suffered lesbophobia in the Gr\u00fcner Salon in Neustadt. We want to report this place as nazi and homophobic. They refused us as clients and made fun of us. Why? Because of being lesbian migrants and because of being lesbians we do not fulfil the expectations that they have about our bodies, that they sexualizad. Because we do not put ourselves in the position they want to put us, we did not come to Germany to be sensual latin women voluptuous and feminine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">But we also did not come here to live the idyllic homosexual life-style that capitalism proposes. Capitalism takes all the disruptive realities and transforms them to make them assimilable to its system. It empties every fight from its sense of being, makes every expression unpolitical and commercializes colourful and diverse life-styles as another way of being inside capitalism. But we don\u2019t want to be inside capitalism. We don\u2019t want to find our \u201cbetter half\u201d, form a one-parent family and continue reproducing all capitalist and supremacist proposals for our lifes: we do not want to follow ways of consuming that are leading us to self-destruction and extinction of the world how we know it. We don\u2019t want to follow a life-style that plunders nature and locks us into survival bunkers, instead of fostering solidarity networks that lead us to transformation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">We, as diverse, migrant, lesbian women, want more spaces to create community, free of discrimination and racism. We want a united latin gay community. We want that migrants of all genders and places around the world can walk here free of fear of being attacked or sexualized because of our bodies. But let us be realist, the fight against homophobia, racism, exoticism of our diverse bodies and xenophobia are a dayle troubel. But we know that we will always find the way to fight for respect in this stranger land, as well as we already did in our homelands.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">THE QUEERS LATINXS EXIST AND RESIST!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M* aus Halle<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hallo Menschen. Ich freue mich, dass ich heute hier zu Gast sein darf. Kurz vorweg: Gestern gab es in Halle eine trans<em>&#8211; und queerfeindliche Veranstaltung mit dem Titel \u201eAustreibung der Natur: Zur Queer- und Transideologie\u201c, organisiert von der sog. AG Antifa \u2013 ein Schei\u00dfverein, der schon \u00f6fter mit cis_sexistischen und sexarbeitsfeindlichen Positionen, sowie antimuslimischem Rassismus aufgefallen ist. Diesem Schei\u00df haben wir uns entschieden entgegengestellt! Wir haben ein Teach-In mit Redebeitr\u00e4gen, Infomaterial und super-nicer Musik veranstaltet, einen Radiobeitrag gesendet \u2013 und most of all: die TERFs in ihrer Veranstaltung ordentlich ge\u00e4rgert! FIGHT TERFs, FIGHT SWERFs, FIGHT ANTI-MUSLIM RACISM! Wir nehmen strukturelle und systemische Ausschl\u00fcsse nicht l\u00e4nger hin! Wir benennen und bek\u00e4mpfen sie aktiv. Wir sind hier, weil wir f\u00fcreinander und miteinander k\u00e4mpfen. K\u00e4mpfen f\u00fcr eine Gesellschaft, in der Rassifizierungen, Klasse, Gender, K\u00f6rper, Sexualit\u00e4t, sichtbare und unsichtbare Be_hinderungen, Religion, das St\u00fcck Plastik in der Tasche, das sich Pass nennt, und Alter nicht mehr Grundlage f\u00fcr Ausschl\u00fcsse bilden. Diskriminierungen ausschlie\u00dflich auf pers\u00f6nlicher Ebene zu denken funktioniert allerdings nicht. Wir wollen nicht verletzen, wir wollen nicht ausschlie\u00dfen und doch tun wir es. Wir tun es alle. Jede einzelne Person wurde und wird von einer Gesellschaft gepr\u00e4gt und geformt, die \u00fcber Jahrhunderte verschiedenste Diskriminierungsstrukturen erdacht hat und bis heute starr an ihnen festh\u00e4lt. Es ist Zeit, diese Machtstrukturen zu erkennen, zu benennen und aufzubrechen. Wir m\u00fcssen beginnen, unsere eigenen Positionierungen in Gesellschaft zu verstehen und die Verantwortung, die darauserw\u00e4chst, ernst zu nehmen. Wir m\u00fcssen uns selbst und unser Verhalten in der Gesellschaft hinterfragen. Wir m\u00fcssen verstehen, dass Menschen durchaus auch mehrfach marginalisiert sind und Diskriminierungsformen ineineinander greifen. Dass wir die K\u00e4mpfe anderer als unsere K\u00e4mpfe verstehen und uns miteinander solidarisch durch diese gesellschaftliche Gesamtschei\u00dfe bewegen. Gerade feministische R\u00e4ume bezeichnen sich gerne als \u201eSafe Spaces\u201c, als &#8222;sichere R\u00e4ume&#8220;. R\u00e4ume, die von wei\u00dfen cis Frauen geschaffen und dominiert werden. Dabei wird ignoriert, dass Diskriminierungen strukturell wirken und es keine Orte gibt, die frei von ihnen sind. Es gibt keine &#8222;Safe Spaces&#8220; in einer diskriminierenden Gesellschaft; es kann sie nicht geben. Und es wird ignoriert, dass eine Machtfrage dahinter steht, wer f\u00fcr sich welchen Raum als &#8222;Safe Space&#8220; deklarieren kann. H\u00e4ufig fehlen in diesen R\u00e4umen Perspektiven von Menschen mit Rassismuserfahrungen, von trans<\/em>, nicht-bin\u00e4ren, a_gender Personen, von Menschen, die f\u00fcr sich die Kategorie Gender komplett ablehnen, von be_hinderten Personen. Sie fehlen, weil die R\u00e4ume nicht f\u00fcr sie geschaffen sind. Menschen, die von der Gesellschaft auf mehrfache Weise diskriminiert werden, finden oft nur R\u00e4ume vor, die eine Diskriminierungsform abdecken.<br>R\u00e4ume von Autist<em>innen schlie\u00dfen mich als trans<\/em> Person aus; R\u00e4ume von neurotypischen trans* Personen schlie\u00dfen mich als autistische Person aus. Cis-feministische R\u00e4ume schlie\u00dfen mich als trans* Person und als autistische Person aus. Es gibt R\u00e4ume, in denen ich mich sicherer f\u00fchle als in anderen, aber sicher bin ich nie &#8211; deshalb bevorzuge ich den Begriff &#8222;Safer Space&#8220; &#8211; &#8222;ein Ort, der sicherer ist&#8220;. Und schei\u00dfe, ich bin es satt, dass versucht wird das eine mit dem anderen und umgekehrt erkl\u00e4ren zu lassen. Stell dir vor, Karen, mensch kann trans* und autistisch sein.<br>In R\u00e4umen, in denen ich der deutlichen Minderheit zugeh\u00f6rig bin, muss ich jederzeit damit rechnen, Diskriminierung zu erfahren. Ich muss damit rechnen, dass ich kostenlose Bildungsarbeit leisten muss. Ich als Mensch werde als stellvertretende Person f\u00fcr die Diskriminierungsformen, die ich erlebe, wahrgenommen \u2013 die Aussagen, die ich aus meiner Perspektive treffe, werden als allgemeing\u00fcltig fehlinterpretiert. Dabei sind die Ansichten auch innerhalb der Communities enorm divers. Ich kann, m\u00f6chte und werde nicht f\u00fcr alle queeren, f\u00fcr alle trans* Menschen, f\u00fcr alle Autist*innen sprechen. Deshalb stehe ich hier auch allein und nicht im Namen eines Kollektivs oder einer Organisation. Ich &#8211; und ich spreche wirklich nur f\u00fcr mich &#8211; bin froh, wenn Unsicherheiten zugegeben und kommuniziert werden. Ich bin froh, wenn nicht st\u00e4ndig um den Elefanten im Raum herumget\u00e4nzelt wird, nur um nicht zu verletzen. Lasst uns miteinander reden, aber \u00fcberlasst die Bildungsarbeit nicht den marginalisierten Menschen \u2013schafft einen angemessenen Rahmen und bezahlt uns wenigstens daf\u00fcr. Wenn ihr lernen wollt, braucht es vor allem eigene Motivation. Fragt nach Materialien, wenn euch der Startpunkt fehlt. Fragt nach Texten, B\u00fcchern, Filmen, YouTube-Kan\u00e4len. Setzt euch eigenst\u00e4ndig mit den Themen auseinander und versteht die Intersektionen &#8211; die Verschr\u00e4nkungen \u2013 von Machtstrukturen, die in euren R\u00e4umen existieren oder existieren k\u00f6nnten. Erkennt H\u00fcrden f\u00fcr eine Teilnahme potentieller Comrades und baut sie ab. Ich wei\u00df, das ist anstrengend, aber wir befinden uns alle in einem Prozess. Wir k\u00f6nnen nicht von heute auf morgen alles richtig machen, aber wir k\u00f6nnen heute daran arbeiten, dass wir es morgen ein kleines bisschen besser machen.<br>Versteht die K\u00e4mpfe von Menschen, die andere Diskriminierungserfahrungen machen als ihr, auch als eure K\u00e4mpfe. Unterst\u00fctzt uns nicht nur, wenn wir anwesend sind. Seid laut gegen jede Form von Diskriminierung und erkennt ihre Verschr\u00e4nkungen &#8211; egal ob im Internet, beim Familiengeburtstag oder auf der Stra\u00dfe! Lasst uns unsere K\u00e4mpfe verbinden!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gruppe POLAR<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sind gruppe polar, wir sind aktiv in K\u00e4mpfen um das Recht auf Stadt.<br><strong>Flexen f\u00fcr ein queeres Recht auf Stadt<\/strong><br>Die K\u00e4mpfe f\u00fcr ein Recht auf Stadt sind auch feministische K\u00e4mpfe. DerMangel an leistbarem Wohnraum ist ein besonderes Problem f\u00fcr alleMenschen, die partnerschaftlicher oder h\u00e4uslicher Gewalt entfliehenwollen. Es mangelt an Pl\u00e4tzen in Frauenh\u00e4usern nicht nur, weil esohnehin zu wenige gibt, sondern auch weil Monate vergehen k\u00f6nnen, bisdie Betroffenen eine Wohnung gefunden haben und somit ihr Platz freiwird. Frauen, Queers und People of Colour sind h\u00e4ufiger auf den\u00f6ffentlichen Nahverkehr angewiesen, obwohl f\u00fcr sie Sicherheit dort nichtselbstverst\u00e4ndlich ist. F\u00fcr viele FLINTA sind verbale sexuelleBel\u00e4stigung oder die Angst davor im Dunkeln unterwegs zu sein, allt\u00e4glich.<br>M\u00e4nner k\u00f6nnen oft sorgenfrei in der Stadt umher flanieren. Frauen undQueers berichten hingegen von Diskriminierung, Bedrohung aber auch vonAneignung und Erm\u00e4chtigung auf den Stra\u00dfen. \u201eFlexen\u201c habenQueerfeminist*innen dieses Flanieren der Frauen und Queers genannt. Unddarum muss es gehen: Um Sichtbarkeit und um die Eroberung der St\u00e4dte f\u00fcralle \u2013 auf den Stra\u00dfen, den Pl\u00e4tze sollen alle sein k\u00f6nnen, frei vonBel\u00e4stigung und Diskriminierung. Denn wir wollen die Stadt nichtdurcheilen, sondern uns in ihr mit ihr kritisch auseinandersetzen undsie gestalten. Das Recht auf Stadt ruft nach einer queeren Stadt. Es ist ein Recht aufDifferenz, auf Verschiedenheit. Die Stadt ist ein Ort desZusammentreffens, des Anerkennens und der Auseinandersetzung. EineStadt, in der wir nicht nur aneinander vorbeihetzen, sondern miteinanderin Beziehung treten.<br>Auch nach der Pride werden wir weiter machen, die Stadt feministischerzu machen, die Stadt zu queeren: Also trefft euch weiter, zumgemeinsamen Flanieren, \u201etr\u00f6deln, herumlungern, ziellos durch die Stadtstreifen\u201c \u2014 schlicht zum Flexen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Leo Lentz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe demonstrierende Menschen,&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">mein Name ist Leo und ich bin Mitglied des Dresdner Stadtrates.&nbsp;Im vergangenen Jahr am 04. Oktober wurde in Dresden ein schwules Paar Opfer eines Messerangriffs. Eine der beiden Personen erlag den Verletzungen. Ein islamistischer Mordanschlag aus Homofeindlichkeit und eine Tat die Fassungslos macht.&nbsp;Wir bedauern den Tod und sprechen der Familie und Freund:innen der Opfer unser tiefes Beileid aus.&nbsp;&nbsp;Derartige Straftaten sind leider keine Einzelf\u00e4lle. 2018 zum Beispiel wurde in Aue ein junger Mann brutal ermordet von drei Mitgliedern der extrem rechten Szene. Getrieben wurden sie von ihrem Hass auf Homosexuelle Menschen. Queerfeindliche Hasskriminalit\u00e4t nimmt zu und wird nur in wenigen F\u00e4llen zur Anzeige gebracht. Wir als queere Menschen leben mit der st\u00e4ndigen Angst vor Diskriminierung und Gewalt. Die Spitze der Gewalt haben wir letztes Jahr in Dresden erleben m\u00fcssen.&nbsp;Egal ob es rechte Ideologien sind oder Islamismus. Feinde der Demokratie und des Menschen sind eben nicht nur auf den mont\u00e4glichen Pegida Demonstrationen zu finden. Sie k\u00f6nnen auch anders radikalisiert werden.&nbsp;Aber nicht Religion per se sondern ihre Auslegung bringt dabei das Problem mit sich. Wir m\u00fcssen verstehen, wie solche Radikalisierungsprozesse entstehen und wie sich solche Entwicklungen verhindern lassen.&nbsp;Es ist wichtig, zu erinnern und zu mahnen, aber dabei allein kann es nicht bleiben. Wir streiten f\u00fcr eine angstfreie und gewaltfreie Gesellschaft. Was z\u00e4hlt sind deshalb konkrete Ma\u00dfnahmen zur Vorbeugung solcher Taten.Ein Denkmal alleine wird den n\u00e4chsten \u00dcberfall auf die trans* Person die von der Party nach Hause geht nicht verhindern. Aber:&nbsp;eine Erinnerungsst\u00e4tte schafft Sichtbarkeit und verhilft dazu, dass die Taten nicht in Vergessenheit geraten. Sie kann ein Ort der Stille und der Trauer sein aber auch ein Ort, der zeigt wie viel noch zu tun bleibt und uns antreiben kann. Auch deshalb diskutiert der Stadtrat gerade dar\u00fcber, einen Erinnerungsort f\u00fcr die Opfer homo- und transfeindlicher Gewalt zu schaffen. Die \u00f6ffentliche Abstimmung dazu findet voraussichtlich kommenden Donnerstag auf der n\u00e4chsten Sitzung des Stadtrates statt.&nbsp;&nbsp;Schon vor einigen Wochen besch\u00e4ftigte sich auf Antrag der Linken der Stadtrat damit, wie wir neben dem Erinnern und Mahnen, Ma\u00dfnahmen ergreifen k\u00f6nnen und m\u00fcssen, die nachhaltig zu Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft f\u00fchren. Die Diskussion dazu, teils progressiv, teils erschreckend. Statt zu verstehen gilt f\u00fcr viele die Devise: Abschotten und Abschieben. Aber das ist eine verlogene Antwort. Wir lassen uns nicht von rechter Hetze instrumentalisieren.&nbsp;Es gibt Vereine, Projekte und Initiativen in Dresden die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Erm\u00f6glichung eines selbstbestimmten Lebens leisten. Ihre Arbeit muss gew\u00fcrdigt und stetig weiter ausgebaut werden. Nur so wirken wir menschenfeindlichen Einstellungen entgegen und verhindern letztlich Gewalt.&nbsp;Die Tat l\u00e4sst uns fassungslos zur\u00fcck, aber wir lassen uns nicht einsch\u00fcchtern. Wir sind hier, fordern selbstbewusst unseren Platz ein und stehen an der Seite derjenigen die Gewalt erleben, weil sie nicht in ein heteronormatives oder fundamentalistisches Weltbild passen.Danke an euch alle, die heute zur Pride auf der Stra\u00dfe sind und auch an die, die heute nicht hier sein k\u00f6nnen und mit uns gemeinsam f\u00fcr eine Welt streiten in der alle frei und selbstbestimmt leben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gerede e.V.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Support f\u00fcr Levi \u2013 Gerechtigkeit f\u00fcr uns alle!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hallo, wir sind Mart\u00edn und Alex vom Gerede e.V., dem Verein f\u00fcr sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Dresden und Ostsachsen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir finden es total klasse, dass sich in Dresden Menschen zusammengetan haben, um gemeinsam die erste alternative queere Pride auf die Beine zu stellen. Dank euch ist das hier heute m\u00f6glich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bitte, einen Redebeitrag beizusteuern, nehmen wir zum Anlass, um f\u00fcr Unterst\u00fctzung zu werben: Support f\u00fcr Levi \u2013 Gerechtigkeit f\u00fcr uns alle!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Levi, ein junger Mensch aus Sachsen, braucht Unterst\u00fctzung in einem Rechtsstreit gegen den Freistaat Sachsen. Levi k\u00e4mpft um den korrekten Geschlechtseintrag in der staatlichen Anerkennungsurkunde, um sich zum Beispiel \u201eStaatlich anerkannte*r Sozialarbeiter*in\/Sozialp\u00e4dagog*in\u201c nennen zu k\u00f6nnen. Die fehlende landesgesetzliche Umsetzung des dritten Geschlechtseintrags l\u00e4sst diese oder \u00e4hnliche Bezeichnungen allerdings bisher nicht zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Levi schloss im Juli 2018 erfolgreich ein Studium der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule in Dresden ab. Mit Abschluss des Bachelor of Arts und der Pr\u00fcfung zur staatlichen Anerkennung hatte Levi folglich bei der Landesdirektion Sachsen die Urkunde zur staatlichen Anerkennung im November 2018 beantragt. Paragraf 1 Absatz 5 des S\u00e4chsischen Sozialanerkennungsgesetzes besagt, dass die geschlechtliche Bezeichnung in der Anerkennungsurkunde in m\u00e4nnlicher oder weiblicher Form ausgestellt werden kann. Eine Variante f\u00fcr weitere Geschlechter ist nicht vorgesehen. Es folgte eine 12-monatige&nbsp;Auseinandersetzung mit der Beh\u00f6rde. Innerhalb des Verfahrens wendete sich die Landesdirektion zweimal an das S\u00e4chsische Staatsministerium f\u00fcr Kultus und legte die betreffenden Unterlagen vor. Diese langwierige Auseinandersetzung blieb ohne Erfolg. Am 6. November 2019 erteilte die Landesdirektion Sachsen schlie\u00dflich einen Widerspruchsbescheid, so dass als letzter Ausweg nur noch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Dresden blieb. Levi nahm im Dezember 2019 Kontakt zu der Kanzlei geRechtsanw\u00e4ltinnen auf und reichte, vertreten durch die Rechtsanw\u00e4ltinnen, am 20. Dezember 2019 Klage beim Verwaltungsgericht Dresden ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seither wird Levi von einer Reihe queerer Aktivist*innen rechtlich und politisch unterst\u00fctzt. Diese&nbsp;Klage ist in Sachsen bisher einzigartig, obwohl davon auszugehen ist, dass die fehlende landesgesetzliche Umsetzung des dritten Geschlechtseintrags in Sachsen weitaus mehr Betroffene produziert. Levis Anw\u00e4ltinnen rechnen mit einem Verfahren durch alle Instanzen \u2013 aber letztlich mit guten Erfolgsaussichten. Das Klageverfahren braucht einerseits personelle und zeitliche Kapazit\u00e4ten und andererseits vor allem auch finanzielle Ressourcen. F\u00fcr die ersten beiden Instanzen sind dies Kosten von rund 5.000 Euro. Geld, das Levi allein nicht aufbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Prozess, dessen Kosten und den Kampf f\u00fcr Levis Rechte erfolgreich bestehen zu k\u00f6nnen, braucht Levi unser aller Unterst\u00fctzung \u2013 finanziell, rechtlich und politisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn der Kampf f\u00fcr Levis Rechte ist auch ein Kampf sowohl f\u00fcr sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung als auch f\u00fcr die Anerkennung aller Geschlechtsidentit\u00e4ten in Sachsen. Levi hat ein Recht auf staatliche Anerkennung der eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t! Und wir alle haben ein Recht darauf, dass der Freistaat Sachsen die Umsetzung des dritten Geschlechtseintrages endlich diskriminierungsfrei hinbekommt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haltet also bitte in den n\u00e4chsten Wochen f\u00fcr Neuigkeiten und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten eure Augen und Ohren offen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">kosmotique (HOT TOPIC 1)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Geschlecht ist eine L\u00fcge!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Wir stehen heute hier wegen unserem Mut und den K\u00e4mpfen der vor uns Mutigen! Unser Beitrag kommt von &#8222;Hot Topic&#8220; einem Lied der Freude, das von einem Ort der Frustration kommt. &#8222;Es war 1999 und die Riot-Grrrl-Bewegung war irgendwie vorbei, oder sie war implodiert&#8220;, sagt Kathleen Hanna. Die ehemalige Bikini Kill-Frontfrau hatte die feministische, queere Elektropunk-Band Le Tigre gegr\u00fcndet, und sie war entschlossen, einen Song zu machen, um dem deprimierten Tenor der Zeit entgegenzuwirken, den sie und ihre Bandkollegen empfanden. &#8222;Schaut&#8220;, erinnert sie sich an die Entscheidung der Band, &#8222;um uns aus diesem Funk herauszuholen, m\u00fcssen wir all die Leute feiern, die uns inspirieren.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>Carol RamaCarol Rama<\/strong> erforschte in ihrer 80j\u00e4hrigen Karriere unerm\u00fcdlich K\u00f6rper, Sexualit\u00e4t, Verlangen und Wahnsinn. Ihre erste Ausstellung im Jahr 1945 wurde von der italienischen Polizei als obz\u00f6n deklariert und noch vor der Er\u00f6ffnung verboten.<br><strong>Eleanor AntinEleanor Antin<\/strong> erlangte im Jahr 1972 mit ihrer Installation: Carving. Eine traditionelle Skulptur Ber\u00fchmtheit. In 148 Fotografien ihres nackten K\u00f6rpers dokumentiert sie darin ihren Gewichtsverlust nach 37 Tagen Di\u00e4t. Sie wiederholte diese Installation im Jahr 2017 im Alter von 82 Jahren unter dem Titel Carving: 45 Jahre sp\u00e4ter.&nbsp;<br><strong>Yoko OnoYoko Ono<\/strong> &#8211; jahrzehntelang von meist m\u00e4nnlichen Musikfans verachtet, und immer wieder als Anspielung auf die Figur des b\u00f6sen weiblichen Eindringlings dargestellt. hat sie 2004 ihren Song &#8222;Every Man Has a Woman Who Loves Him&#8220; umgeschrieben, um den Kampf f\u00fcr die Homo-Ehe zu unterst\u00fctzen. Den Song gibt es jetzt auch in der Version zu lesbischer und schwuler Liebe.<br><strong>Carolee Schneemann<\/strong>  &#8211; Noch bevor K\u00fcnstlerinnen wie Valie Export oder Marina Abramovic mit \u00e4hnlichen Arbeiten bekannt geworden sind, hat Carolee Schneemann in lustvolle Choreographien ihren K\u00f6rper und ihre eigene Sexualit\u00e4t als Body-Art gelebt. Ihre Performance &#8222;Interior scroll&#8220; von 1975 bestand im Wesentlichen darin, dass sie auf einem Tisch stand, w\u00e4hrend sie langsam eine schmale Papierrolle aus ihrer Vagina zog und laut daraus vorlas.<br>G<strong>retchen Phillips <\/strong>&#8211; Texas, Austin \u2026 queerer Folk-Punk? Yes! Gretchen Phillips ist eine lesbische Singer-Songwriterin, die als Folk-Punk-Legende in der Musikszene von Austin gilt. In den 1990er Jahren gr\u00fcndete sie zwei reine Frauengruppen, Girls in the Nose und Two Nice Girls. Zwei herausragende Songes: I Spent My Last $10 (on Birth Control and Beer)\u201d and \u201cThe Queer Song: I&#8217;m gonna take you to queer bars I&#8217;m gonna drive you in queer cars You&#8217;re gonna meet all my queer friends Our queer, queer fun it never ends We&#8217;re gonna have a happy life Both of us are gonna be the wife I&#8217;m gonna tell you how it&#8217;s gonna be It&#8217;s queer queer fun for you and me&nbsp;<br><strong>Cibo Matto<\/strong> &#8211; In den sp\u00e4ten 90er Jahren war Cibo Matto so ziemlich jedermanns Lieblingsband und eine der f\u00fcnf besten Bands, die jemals im Bronze in Buffy the Vampire Slayer auftraten. Gegr\u00fcndet von Yuka Honda und Miho Hatori machten Cibo Matto Musik, die eine entz\u00fcckende und schlaue subversive Mischung aus Trip-Hop, Pop und Essensbesessenheit war.<br><strong>Leslie Feinberg<\/strong> &#8211; Remember me as a revolutionary communist. Im Jahr 2014 65-j\u00e4hrig verstorben verstand sich Feinberg selbst als antirassistisch-wei\u00df, s\u00e4kular-j\u00fcdisch, feministisch, Transgender, Lesbe, und identifizierte sich mit der Arbeiterklasse als \u201erevolutionary communist\u201c.<br><strong>Faith Ringgold<\/strong> &#8211; Faith Ringgold ist eine amerikanische K\u00fcnstlerin, die in den 1960er und 1970er Jahren eine f\u00fchrende Rolle in der Bewegung f\u00fcr die \u00d6ffnung von Museen f\u00fcr Frauen und farbige K\u00fcnstler spielte. \u00dcber sich selbst sagt sie: \u201eIch bin Feministin geworden, weil ich meinen T\u00f6chtern, anderen Frauen und mir selbst helfen wollte, mehr zu erreichen als einen Platz hinter einem guten Mann.<br><strong>Mr. Lady<\/strong> &#8211; Mr. Lady war ein feministisches und queeres Plattenlabel. Le Tigre ver\u00f6ffentlichten dort ihre ersten beiden Alben. Ende der 1990er Jahre war das Label in eine Kontroverse um das Michigan Womyn&#8217;s Music Festival und der Entscheidung des Festivals, Transgender-Frauen nicht zuzulassen, verwickelt, was zu Protesten und Boykotten, die sich vor allem gegen Mr. Lady-Acts richteten.Das Michigan Womyn&#8217;s Music Festival wurde letztmalig 2015 veranstaltet. Die Veranstalterinnen verabschiedetetn sich mit den Worten: Es hat K\u00e4mpfe gegeben, daran besteht kein Zweifel. Das Festival war der Schmelztiegel f\u00fcr fast jedes kritische kulturelle und politische Thema, mit dem sich die lesbisch-feministische Gemeinschaft seit vier Jahrzehnten auseinandersetzt.<br>L<strong>aura Cottingham<\/strong> &#8211; Laura Cottingham ist K\u00fcnstlerin und Kunstkritikerin, deren 1998 erschienener Videoessay Not for Sale: Feminism and Art in the USA during the 1970s (Feminismus und Kunst in den USA w\u00e4hrend der 1970er Jahre) eine dringend ben\u00f6tigte Erkundung war, \u00fcber feministische Kunst zu einer Zeit, als Ausstellungen zu diesem Thema noch rar ges\u00e4t waren.<br>M<strong>ab Segrest<\/strong> &#8211; Minnie Bruce Pratt (1946-) und Mab Segrest (1949-) sind wei\u00dfe Lesben aus der Mittelschicht, die beide w\u00e4hrend der klassischen Phase der B\u00fcrgerrechtsbewegung im l\u00e4ndlichen Alabama aufgewachsen sind. Heute gelten sie als einflussreiche Pers\u00f6nlichkeiten der literarischen Bewegungen von Feministinnen und Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queers (LGBTQ) und werden als wichtige Aktivistinnen in den feministischen, LGBTQ- und antirassistischen politischen K\u00e4mpfen des sp\u00e4ten zwanzigsten Jahrhunderts anerkannt.<br>T<strong>he Butchies<\/strong> &#8211; Schwerpunkt der lyrischen Inhalte der all-female butch Punk-Band the butchies lag h\u00e4ufig auf lesbischen und queeren Themen. Ebenfalls in die Kontroverse um das Michigan Womyn&#8217;s Music Festival verwickelt, betonte Kaia Wilson den gro\u00dfen Bedarf, den es auch an integrativen R\u00e4umen gibt. Ich denke, beides sollte st\u00e4ndig und so oft wie m\u00f6glich stattfinden. Es ist wichtig, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, die sich auf alle Menschen erstreckt, die gegen das gro\u00dfe, b\u00f6se System k\u00e4mpfen, das versucht, uns zu t\u00f6ten.<br><strong>Tammy Rae Carland<\/strong> &#8211; Tammy Rae Carland ist der Bikini Kill-Song &#8222;For Tammy Rae&#8220; gewidmet ist und schuf eines der beliebtesten Riot-Grrrl-Zines I \u2665 Amy Carter. Carland feierte mit dem Zine lesbische Kultur und machte sie gleichzeitig sichtbar.<br><strong>Sleater-Kinney<\/strong> &#8211; Carrie Brownstein als Gitarristin und S\u00e4ngerin von Sleater-Kinney und Mitgestalterin und Hauptdarstellerin der Sketch-Comedy-Show Portlandia wurde durch eine Ver\u00f6ffentlichung zu Beginn von Sleater Kinney geoutet. In einem Beitrag wurde erw\u00e4hnt, dass sie mit ihrer Bandkollegin ein Date hatte. Sie f\u00fchlte sich an diesem Tag &#8222;zersplittert und zertr\u00fcmmert&#8220;: &#8222;Ich hatte noch nicht herausgefunden, wer ich war, und nun wurde ich der M\u00f6glichkeit beraubt, dies \u00f6ffentlich zu tun; im Fluss zu sein.<br><strong>Vivienne Dick<\/strong> &#8211; Vivienne Dick wurde 1950 in Irland geboren und lie\u00df sich in den 1970er Jahren in New York City nieder. Sie war eine wichtige Vertreterin des No-Wave-Kinos. \u00dcber die Zeit in New York und ihre Freundschaften sagt sie: In New York waren einige der Frauen, mit denen ich zusammen war, schwul. Sie waren &#8222;queer&#8220;, aber dieses Wort gab es damals noch nicht. Leute wie Pat Place zum Beispiel. Das waren Frauen, von denen ich dachte, dass sie einfach das tun, was sie tun wollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">kosmotique (HOT TOPIC 2)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1 Lorraine O\u2019Grady<\/strong>! \u201eDer Hauptgrund, warum meine Kunst politisch ist, liegt wahrscheinlich darin, dass Wut meine produktivste Emotion ist.\u201c \u2013 so die Performancek\u00fcnstlerin Lorraine Grady zu ihrer Auseinandersetzung mit schwarzer weiblicher Subjektivit\u00e4t. Als Mlle Bourgeoise Noire \u00fcberfiel sie in den 80er Jahren New Yorker Vernissagen, in einem Kleid aus wei\u00dfen Handschuhen und mit einer Peitsche bewaffnet, um die Segregation in der Kunstwelt blo\u00dfzustellen.<br><strong>2 Gayatri Spivak<\/strong>! &#8211; Gayatri Spivak \u2013 Intellektuelle, Literaturprofessorin und als solche Theoriegeberin der Dekonstruktion, des Postkolonialismus, des Marxismus, des Feminismus, der Subalternen \u2013 das akademische Schwergewicht von \u201eHot Topic\u201c<br><strong>3 Angela Davis<\/strong>! &#8211; Ber\u00fchmt, radikal, verehrt, umstritten \u2013 Angela Davis. Symbolfigur der schwarzen B\u00fcrgerrechtsbewegung, feministische Philosophin und Schriftstellerin. Ihre politischen Stationen umfassten unter anderem die Black Panthers, den Sozialistischen Deutschen Studentenbund, die Occupy-Bewegung wie auch \u2013 leider, leider \u2013 heutzutage die antizionistische BDS-Bewegung.<br><strong>4 Laurie Weeks! <\/strong>&#8211; Laurie Weeks \u2013 New Yorker Schriftstellerin, sie schrieb das Drehbuch zu \u201eBoys don\u2019t cry\u201c; ihr Roman \u201eZipper Mouth\u201c \u00fcber eine lesbische Junkie im New York der 90er Jahre schl\u00e4gt die Beat Generation um L\u00e4ngen<br><strong>5 Dorothy Allison! <\/strong>&#8211; US-amerikanische Romanautorin und Essayistin, ihre Texte wurden von der Kritik gepriesen \u201eals Feier des geschm\u00e4hten transgressiven lesbischen K\u00f6rpers\u201c \u2013 Pflichtlekt\u00fcre!<br><strong>6 Gertrude Stein! <\/strong>\u201cRose is a rose is a rose is a rose.\u201d \u2013 mit ihren klangvollen Sprachexperimenten geh\u00f6rt Gertrude Stein zu literarischen Avantgarde der klassischen Moderne um 1900, mit dem autobiografischen \u201eQ.E.D.\u201c schrieb sie au\u00dferdem eine der ersten lesbischen Coming-Out-Geschichten \u00fcberhaupt<br><strong>7 Marlon Riggs!<\/strong> \u201cSchwarze M\u00e4nner, die schwarze M\u00e4nner lieben, das ist DIE revolution\u00e4re Tat!\u201c so Marlon Riggs \u2013 Dichter, Regisseur und Wegbereiter des schwarzen Queer-Kinos in den 80er und 90er Jahren<br><strong>8 Billie Jean King!<\/strong>&nbsp;Mit der Tennisspielerin und LGBTQ-Aktivistin Billie Jean King kommen wir zum Sport \u2013 einer der letzten Bastionen biologistischer Kackschei\u00dfe: Die mehrfache Weltranglisten Erste im Frauentennis besiegte 1973 in einem \u201eBattle of the Sexes\u201c den ehemaligen Wimbleton-Sieger und Chauvinisten Bobby Riggs. 1981 outete sie sich, als erste Profisportlerin \u00fcberhaupt, als homosexuell \u2013 woraufhin sie innerhalb von 24 Stunden alle ihre Sponsoren verlor.<br><strong>9 Ut!<\/strong> UT war eine No Wave Band aus New York, bestehend aus Nina Canal, Jacqui Ham und Sally Young. Markenzeichen der drei Frauen: Improvisation und die radikale Verweigerung fester Arbeitsteilung durch st\u00e4ndigen Rollentausch von Songwriting, Gesang und Instrumenten<br><strong>10 DJ Kuttin Kandi!<\/strong> DJ Kuttin Kandi: Queer-Feministische Hip Hop DJ und Queen der Turntables, die erste Frau, die im Finale der DMC World DJ Championships stand, das war 1998; seit \u00fcber 25 Jahren ist sie au\u00dferdem Aktivistin f\u00fcr die philippinische Community in den USA; ihre Parole: \u201eSolidarit\u00e4t ist ein Verb der Liebe in Aktion\u201c<br><strong>11 David Wojnarowicz! <\/strong>&#8222;Es ist erm\u00fcdend, in einer Gesellschaft zu leben, in der die Menschen nichts sagen, wenn das, was sie sehen, sie nicht direkt bedroht.\u201c David Wojnarowicz, K\u00fcnstler, Fotograf, Filmemacher und AIDS-Aktivist im New York der 1980er Jahre \u2013 Act up!<br><strong>12 Melissa York!<\/strong> Wir wissen nicht, wie wir die 90er Jahre ohne Team Dresch \u00fcberlebt h\u00e4tten \u2013 eine der damals wichtigsten Riot grrrl und Queercore Bands. Schlagzeugerin von Team Dresch und sp\u00e4ter von Bands wie The Butchies und Humble Tripe: Melissa York.<br><strong>13 Nina Simone!<\/strong> Nina Simone \u2013 Jazz, Classic, Blues, Folk-Musikerin, S\u00e4ngerin und Pianistin; mit Songs wie \u201eYoung, gifted and black\u201c und \u201eMississippi Goddam\u201c war sie eine der musikalischen Leitfiguren der US-amerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung<br><strong>14 Ann Peebles!<\/strong> Ann Peebles, unbesungene Heldin des Memphis-Soul der fr\u00fchen siebziger Jahre; ihr Song \u201eI&#8217;m Gonna Tear Your Playhouse Down\u201c, vordergr\u00fcndig ein Abgesang auf eine toxische Heterobeziehung, wurde auch immer wieder politisch gedeutet \u2013 als Ank\u00fcndigung, die Machtverh\u00e4ltnisse umzukehren<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>kosmotique (HOT TOPIC 3)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1 Tami Hart!<\/strong> Queere Solo-Sing-A-Song-Writerin, die als Teenagerin beim pro Queer und feministischen Mr.Lady Label debuetierte \u2013 selbstverst\u00e4ndlich mit den drei Big L des Teenage: Loss, Love andLoneliness. Danach in mehreren Band-Projekten \u2013 erst Bassistin beim Musik- undPerformance-Kollektiv JD Samson &amp; MEN, dann Frontwoman von Making Friendz und TeenVice.<br><strong>2 The Slits!<\/strong> Britische Punk Band der ersten Stunde \u2013 all! Women! 1976 von Teenagerinnen gegr\u00fcndet \u2013angepisst von den vorangegangenen Versuchen, mit M\u00e4nnern Musik zu machen, die schlie\u00dflich alles kontrollierten, uebernahmen und in den Sand setzten. Eine der einflussreichsten und innovativsten Bands der Punkbewegung. Das Beste: ihre schiere Unf\u00e4higkeit, Kompromisse einzugehen oder sich mit ihrem Sexappeal zu verkaufen.<br><strong>3 Hanin Elias! <\/strong>Berlin: Sie rannte von zu Hause weg und gr\u00fcndete mit anderen Teenager*innen kurz nach derWende die antifaschistische Elektro-Punk-Band Atari Teenage Riot, dabei Digital Hardcoreerfunden. Gr\u00fcndete anschlie\u00dfend Fatal Recordings, ein Digital-Hardcore-Label nur f\u00fcr femaleund female-identifying Artists in einer m\u00e4nnerlastigen Musikszene.<br><strong>4 Hazel Dickens!<\/strong> Eine der ersten Frauen, die sich in der m\u00e4nnlich-dominierten Welt der Bluegrass-Musikduchsetzte und mit ihrer Partnerin 1965 ein Album aufnahm. Provozierte vor allem solo mitfeministischen und mit Gewerkschaftssongs und wurde zur Stimme der Arbeiter*innen imKohlebergbau von West Virginia.<br><strong>5 Cathy Sisler!<\/strong> Feministische lesbische Performance- und Videok\u00fcnstlerin, Musikerin, Schriftstellerin inCanada, besonders in den 80er und 90er Jahren. Themen ihrer Arbeiten: Sicht- undUnsichtbarkeit von Frauen und queeren Personen im \u00f6ffentlichen Raum, die Abweichung vonnormativen Handlungsformen, Identit\u00e4t und Konformit\u00e4t.<br><strong>6 Shirley Muldowney!<\/strong> &#8222;First Lady of Drag Racing&#8220;, amerikanische Autorennfahrerin. Sie war 1973 die erste Frau, dievon der National Hot Rod Association eine Lizenz zum Fahren eines Top Fuel Dragsters erhielt.Sie gewann die NHRA Top Fuel-Meisterschaft 1977, 1980 und 1982 und war damit die erstePerson, die zwei und drei Top Fuel-Titel gewann.<br><strong>7 Urvashi Vaid!<\/strong> In Neu-Delhi geborene, US-amerikanische Juristin und LGBT-Aktivistin. Ihre \u00dcberzeugung: DieInstitutionen der Gesellschaft m\u00fcssen durch die Bewegung transformiert werden. Akzeptanzreicht nicht!<br><strong>8 Valie Export! <\/strong>K\u00fcnstlerin mit dem Namen einer Zigarettenmarke, um ihre patriarchalischen Geburts- undEhenamen abzulegen. Schuf in den 1960er und 1970er Jahren einige der wildestenfeministischen Kunstwerke in Europa, die sich mit der Verf\u00fcgbarkeit und dem medialen Zugriffauf den weiblichen K\u00f6rper auseinandersetzten.<br><strong>9 Cathy Opie!<\/strong> Fotografin, die besonders in den 90er Jahren in gro\u00dfartigen Arbeiten die queere Subkulturportr\u00e4tierte und in extrem schmerzlichen Selbstportr\u00e4ts den gesellschaftlichen Blick aufQueerness entlarvte.<br><strong>10 James Baldwin!<\/strong> Einer der gr\u00f6\u00dften Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Eindringliche und wortgewaltige Texte\u00fcber Schwarzsein und Homosexualit\u00e4t, lange bevor die soziale, kulturelle oder politischeGleichstellung dieser Gruppen erk\u00e4mpft wurde.<br><strong>11 Diane DiMassa! <\/strong>Feministische K\u00fcnstlerin und Autorin. Schuf in den 90ern den kultigen Underground-ComicHothead Paisan: Homicidal Lesbian Terrorist \u00fcber die lesbische Feministin namens Hothead,die es sich zur Aufgabe macht, die Welt von m\u00e4nnlichem Abschaum zu befreien.<strong><br>12 Aretha Franklin!<\/strong> Die Queen of Soul. Nummer-1-Hit: Respect! R-E-S-P-E-C-T \u2013 Find out what it means to me!<br>13 Joan Jett!Musik-Ikone. Sang die erfolgreichste Version von &#8222;I Love Rock&#8217;n&#8217;Roll&#8220;, aber das erst nachdemein Label nach dem anderen Joan Jett nach Aufl\u00f6sung der Seventies-All-Girls-teenage-Band&#8220;The Runaways&#8220; ablehnte &#8211; wegen ihres androgynen \u00c4u\u00dferen, mit ihrem zu unweiblichenAuftreten. Mehr als nur eine Inspiration f\u00fcr die Riot Grrrl Bewegung.<br><strong>14 Mia X! <\/strong>Amerikanische Rapperin und Songwriterin. Sie war die erste weibliche emcee, die 1994 einenVertrag beim Plattenlabel No Limit Records erhielt. Sie wurde als die Mutter des SouthernGangsta Rap bezeichnet.<br><strong>15 Krystal Wakem! <\/strong>Vielleicht einfach eine Freundin. Wir alle brauchen eine feministische Freundin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">kosmotique (HOT TOPIC 4)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1)REAL: Kara Walker ist eine der wichtigsten amerikanischen K\u00fcnstlerinnen unserer Zeit Siemacht Schrenschnitte aus Karikaturen in alptraumhaften gespenstischen-Szenarien pr\u00e4sentiertsie race, Sexualit\u00e4t, Gender und Gewalt. Sie sagt: Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist jedes Bild oft eineL\u00fcge oder ein schlechter Witz und keine unmittelbare Wahrheit. Die Wahrheit eines Bildes odereiner Situation innerhalb eines ganzen Werkes ergibt sich dann, wenn die Betrachterinnenverleitet werden, die Leerstellen zu f\u00fcllen. Dabei werden sie mit der unangenehmen Erkenntnisder bizarren und mitunter gewaltsamen Phantasien ihrer Gedanken konfrontiert.<br>2) REAL: Justin Vivian Bond lebt trans und erkl\u00e4rt, &#8222;f\u00fcr mich zu behaupten, entweder ein Mannoder eine Frau zu sein, f\u00fchlt sich wie eine L\u00fcge an. Meine Identit\u00e4t liegt irgendwo in der Mitteund ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig.&#8220;Bond ist us-amerikanischer Singer-Songwriter und Schauspieler.F\u00fcr manche der beste Kabarettist seiner Generation&#8220; und ein &#8222;Tornado der Kunst und desAktivismus&#8220;.<br>3) REAL: Bridget Irish ist Video- und Performance-K\u00fcnstlerin. Sie spielte in Punk-Bands undhat beim ersten Ladyfest der Welt mitgemacht. Sie ver\u00f6ffentlichte ein Doppelalbum unter demTitel FREE to FIGHT und promoted Riot Grrrls und Self-Defense.<br>4) REAL: Juliana Lueking ist eine amerikanische Musikerin, Spoken Word K\u00fcnstlerin undVideomacherin. Lueckings Videos waren Teil des Kampfs von Picture New York im Jahr 2007.Es ging darum dass New Yorker K\u00fcnstlerinnen Videos und Fotos frei von Polizeischikanendrehen konnten. Die Punkrockerin Kathleen Hanna beschrieb Luecking als Mentorin undma\u00dfgeblich an ihrer Entwicklung als Feministin beteiligt.<br>5) REAL: \u201eIch bin seit Jahren Videok\u00fcnstlerin, aber ich seit einigen Jahren auch und Malerin. Ichbin auch Fotografin, Anti-Theoretikerin und Schriftstellerin. Urspr\u00fcnglich machte ich Arbeiten\u00fcber lesbische Unterdr\u00fcckung, lesbische Subjektivit\u00e4t, \u00fcber Gemeinschaft. Meine Videoserforschten und experimentierten auch mit lesbischer sexueller Repr\u00e4sentation. \u201e sagt CeciliaDougherty.<br>6) REAL: Woo &#8211; Merle Woo ist eine koreanisch-amerikanische lesbische Dichterin und Aktivistinund Teil der Radical Women und der Freedom Socialist Party. Ihr Home Movies ist eindramatischer Aufschrei gegen Sexismus und Rassismus.<br>7) REAL: Ariel Schrag ist eine amerikanische Karikaturistin und Fernsehautorin. Sie schreibtCharaktere, die unabh\u00e4ngig von Geschlecht oder Sexualit\u00e4t realistisch &#8222;widerlich,selbstverantwortlich, selbstgerecht oder berechtigt&#8220; handeln.<br>8) REAL: The Need ist eine amerikanische Queercore-Band, die Mitte der 1990er Jahre vonRachel Carns und dem Gitarristen Radio Sloan in Portland, Oregon, gegr\u00fcndet wurde. Riot notdiet!<br>9) REAL: My Pussy is a Cactus&#8220; ver\u00f6ffentlicht 2004 Vaginal Creme Davis. Sie ist eineUS-amerikanische K\u00fcnstlerin, Malerin, Kuratorin, Komponistin, Filmemacherin undSchriftstellerin. Aufegwachsen als intersexuelle Frau in South Central, Los Angeles, erlangteDavis in den 1980er Jahren Bekanntheit in New York, wo sie als genderqueere K\u00fcnstlerin dieDrag-Szene inspirierte.<br>10) REAL: Alice Gerrard ist eine amerikanische Bluegrass-S\u00e4ngerin, Banjoistin und Gitarristin.Some call her: &#8222;Queen of the Universe&#8220;.<br>11) REAL: Billy Tipton lebte von 1914 bis 1989. Als der Jazz-Musiker Billy Tipton starb, stellteder herbeigerufene Arzt im Haus der Familie erstaunt fest, dass Billy Tipton kein Jazz-Musiker,sondern eine Jazz-Musikerin war. Weder seine Frau, noch seine adoptierten S\u00f6hne hatten diesjemals bemerkt. Tipton wird heute als Transgender verstanden und als Trans-Pionier gefeiert.<br>12)REAL: Julie Doucet, ist eine kanadische Comiczeichnerin.\u201cDer Soundtrack zu ihren Comicsk\u00f6nnte von den Riot-Girls kommen.\u201d<br>13) REAL: Yayoi Kusama, eine der bedeutendsten japanischen K\u00fcnstlerinnen derNachkriegszeit. \u201eDurch die Zeit zu rasen bis zum Tod und dann ewig weiterzuleben in sch\u00f6nerLiebe f\u00fcr den Ruhm der Menschheit. Das ist das h\u00f6chste Ziel ihrer Kunst.\u201c Es handelte sich oftum \u00f6ffentliche Nacktheit mit der erkl\u00e4rten Absicht, die Grenzen der Identit\u00e4t, der Sexualit\u00e4t unddes K\u00f6rpers zu zerlegen.<br>14) REAL: Eileen Myles ist seit den 1970ern Lyrikerin und Autorin in New York. Mylesbezeichnet sich \u201eals w\u00fctende, wei\u00dfe Lesbe, die die brennenden Stra\u00dfen durchwandert\u201c, als\u201eBastard-Poetin aus der konservativen Diaspora\u201c, die nach New York kam, um f\u00fcr Aufsehen zusorgen. Myles benutzt schon seit einer Weile das genderlose Pronomen \u201ethey\u201c. \u201eIch f\u00fchle michm\u00e4nnlich und ich f\u00fchle mich weiblich. Ich f\u00fchle mich queer. Ich f\u00fchle mich trans. Ich f\u00fchle michwie eine Dyke, ich bin eine Lesbe. Ich f\u00fchle mich manchmal wie eine Schwuchtel\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">kosmotique (LESLIE FEINBERG)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Queer prides finden auf der ganzen Welt, \u00fcberwiegend im Juni statt, um an die Stonewall-Riotsvon 1969 in New York City zu erinnern. Ein guter Ort also, auch an die Pionier*innen derLGBTQIA-Bewegungen zu erinnern:Eine_r davon ist Leslie Feinberg.<br>\u201eRemember me as a revolutionary communist\u201c. Das waren die letzten Worte Leslie Feinbergs,der_die im Jahr 2014 65-j\u00e4hrig verstarb. Feinberg war selbstverst\u00e4ndlich viel mehr, denn sieverstand sich selbst als antirassistisch-wei\u00df, s\u00e4kular-j\u00fcdisch, feministisch, Transgender, Lesbe,und identifizierte sich mit der Arbeiterklasse als \u201erevolutionary communist\u201c. Leslie Feinbergwurde durch das teilbiografische Buch \u201eStone Butch Blues\u201c aus dem Jahr 1993 bekannt. Es ist die Story einer Butch-Lesbe aus der Arbeiterklasse, die ihre Selbstfindung durchlebt und um ihr Akzeptanz\/\u00dcberleben k\u00e4mpft. Das Buch gilt als eines der wichtigsten Publikationen \u00fcber lesbische Frauen. Feinberg war au\u00dferdem f\u00fchrendes Mitglied der amerikanischen Workers World Party und Redakteurin der Zeitschrift Workers World. In ihrer Kolumne mit dem sch\u00f6nen Titel &#8222;Lavender &amp; Red&#8220;schrieb sie \u00fcber die Verbindungen von LGBTQIA-Geschichte und sozialistischer Geschichte. Feinberg sprach sich in Reden und Texten gegen Kriege, Militarisierung, Gef\u00e4ngnisse, rassistische Gewalt durch Staat und staatliche Beh\u00f6rden, Diskriminierung im Gesundheitssystem, Ausbeutung von Arbeiter_innen (of Color) und Kapitalismus aus, organisierte Demonstrationen und M\u00e4rsche mit. Zuletzt setzte sich Leslie Feinberg f\u00fcr die Freilassung von CeCe McDonald ein.<br>Wir haben einen Song mitgebracht, der auf Leslie Feinbergs Buch Stone Butch Blues Bezugnimmt. Er hei\u00dft \u201eButch Stone Blues\u201c und wurde von der Boiband bestehend aus Tuck\u00e9 Royale,Hans Unstern und Black Cracker 2017 zum Transgender Day of Remembrance ver\u00f6ffentlicht. Indem Song besingt die Boiband ihre Schwestern und Br\u00fcder und beklagt die zahlreichengewaltvollen oder jungen Tode von Trans*Personen, darunter die der Stonewall-K\u00e4mpferinnen Marsha P. Johnson und Sylvia Riviera, aber auch Brandon Teena, ein Transmann, dessen Geschichte und Ermordung Gegenstand des Filmes Boys Don\u2019t Cry ist. Der \u201eButch Stone Blues\u201c wird Oral History: Tragt die Namen der Get\u00f6teten singend weiter! Sagt es weiter! Wir wollen heute feiern, aber das hei\u00dft nicht, dass wir nicht auch einige Tr\u00e4nen vergie\u00dfen m\u00fcssen, uns erinnern und weiterk\u00e4mpfen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">kosmotique (QUEER BOOKING IN DRESDEN)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">WARUM? werden wir gefragt: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Wir antworten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>WEIL wir den Kapitalismus in all seinen Formen hassen und weil es unser zentrales Ziel ist,Informationen zu teilen und wir nicht den herrschenden Standards entsprechend nur Geld machen oder cool sein wollen. Passt das? Klar! Klasse Zitat aus dem riot grrrl manifest.<br>Weil wir vom riot grrrl und Ladyfest kommen und einen Raum &#8211; die kosmotique &#8211; betreiben, sind wir ein Teil der Subkultur und machen das so: feministisch, queer und unkommerziell, gegenKapitalismus, Rassismus und Antisemitismus. Wir schaffen R\u00e4ume gegen Zweigeschlechtlichkeit,Geb\u00e4rzwang, Zwangsheterosexualit\u00e4t, Konkurrenzdenken, Sch\u00f6nheitsideale und Alltagszw\u00e4nge. Wir leben solidarische Beziehungen miteinander und fragen wenig nach dem was bist Du, sondern komm &lt;&lt;If you feel like a Lady &gt;&gt; oder come as you are!<br>Erst k\u00fcrzlich wurden wir vom *sowieso* daran erinnert, dass wir unsere eigene Geschichteaufschreiben sollen, weil es sonst niemand macht. In den Weiten des Internets ist wenig zu finden, alte Websites sind geschrottet, die Informationen von st\u00fcckhaften Informationen von mangelhaften Sicherungskopien alter Rechner geben wenig her, und deshalb hier:<br>2005 haben wir das 1. Ladyfest &#8211; das 1. queer feministische Kunst- und Musikfestival in Dresden organisiert. Die Reaktionen waren &#8211; wie eigentlich immer, wie immer noch heute: Backlashes deruntersten Sorte, kultureller Gegenwind. Jedes Mal, wenn man kurz glaubte, etwas geschafft zuhaben. Aber auch viel Gl\u00fcck und Empowerment. Und so haben wir beschlossen, einfachweiterzumachen: Queer Booking f\u00fcr die kleine Hauptstadt der s\u00e4chsischen Provinz. Einen eigenen Club haben wir nicht, aber das Ladyfest war erfolgreich und hat unsere Gruppe auf die kulturelle Landkarte gesetzt. Und so bekommen wir Unterst\u00fctzung in Form von guten Konditionen, von enthusiastischen Booker*innen &#8211; Danke an Queerbeat aus M\u00fcnchen -, die uns Vorschl\u00e4ge machen, und am Ende sehen wir &#8211; mal mit wenigen, mal mit vielen &#8211; gro\u00dfartige Acts der queeren Subkultur, die zwischen 2005 und 2010 hier spielen: MEN, Kids on TV, Sugarcrash, Partyline, Maskottki, Rhythm King and Her Friends, Slux, Scream Club, Monotekktoni, R\u00e4uberh\u00f6hle, First Fatal Kiss, Gladbeck City Bombing, NORAH NOIZZZE &amp; BAND und einige mehr. Warum? Weil wir sie sehen wollen. Eine kommerzielle Karriere wird f\u00fcr niemanden draus, denn darum geht es ja auch nicht. Hauptsache kein finanzieller Verlust. Was organisieren, weil noch nicht so viele unsere Stars kennen.<br>Danach starten wir andere Projekte, er\u00f6ffnen neue R\u00e4ume. Einiges, von dem wir getr\u00e4umt haben, ist Wirklichkeit geworden. Aber auch weiterhin sind die gro\u00dfen Themen, mit denen alle immer wieder, jede neue Generation, konfrontiert sind: da. Einige gleich, einige anders. Was bleibt: Wir k\u00f6nnen organisieren: uns und Konzerte und Veranstaltungen, die wir sehen wollen. Wenn wir queere Kultur wollen, m\u00fcssen wir sie selbst schaffen. K\u00f6nnen wir? K\u00f6nnen wir!<br>Heute gibt es viel mehr Hausprojekte, offene H\u00e4user, queerfreundliche Projekte, feministischeFestivals und Selbstverst\u00e4ndlichkeiten als vor ungef\u00e4hr 20 Jahren, als wir angefangen haben.<br>Und so feiern wir heute die Queer Pride in Dresden und erinnern an die weltweiten K\u00e4mpfe,diskutieren \u00fcber unsere Vorstellungen und unsere W\u00fcnsche und unsere Kultur, die Respekt undRechte fordert und Solidarit\u00e4t braucht und gibt.<br>Wir sind nicht allein!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kevin (Queer Pride Dresden)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe queere Menschen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ich bin Kevin, ein kleiner Teil des tollen Teams, das die Queer Pride Dresden organisiert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute sind wir f\u00fcr alle sichtbar als Demonstration in der Stadt unterwegs, aber wir wollen an mehr als nur einem Tag da sein. Die Queer Pride verbindet die queeren Menschen in Dresden und dar\u00fcber hinaus auch au\u00dferhalb der Demonstration. Ich z.B. habe bei der Vorbereitung Menschen getroffen, die ich sonst vermutlich nie kennengelernt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir alle gemeinsam sind die Queer Pride Dresden, alle sind willkommen, k\u00f6nnen sich einbringen und mitarbeiten. Im Gegensatz zu anderen Organisationen haben wir keine einengenden, hierarchischen Strukturen, in denen einzelne dominante Personen die Richtung vorgeben. Bei uns ist auch Platz f\u00fcr vielf\u00e4ltige Meinungen und W\u00fcnsche kleinerer Gruppen. Auch wir sind nicht perfekt, aber wir wollen die queere Community nicht spalten, wir wollen die queere Community zusammenf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn auch innerhalb der queeren Community gibt es immer noch viel zu tun. F\u00fcr mich stellt sich die Frage, ob diese queere Community eigentlich wirklich existiert oder doch nur dann beschworen wird, wenn es gerade f\u00fcr die eigenen Vorhaben und Ziele hilfreich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer noch steht n\u00e4mlich zu oft der schwule, wei\u00dfe cis-Mann im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Wir wollen und m\u00fcssen diese dringend n\u00f6tige Aufmerksamkeit auch auf die vielen weiteren, zahlenm\u00e4\u00dfig kleineren und oft vergessenen bzw. zu wenig sichtbaren Gruppen der queeren Community lenken. Denn w\u00e4hrend der schwule, wei\u00dfe cis-Mann bereits eine recht gute Gleichstellung erreicht hat, k\u00e4mpfen beispielweise trans*- und inter*-Menschen nach wie vor um ihre grundlegendsten Rechte. Sei es f\u00fcr eine Reform des v\u00f6llig veralteten Transsexuellengesetzes, die erst dieses Jahr gescheitert ist oder f\u00fcr so allt\u00e4gliche Fragen, die richtige Toilette benutzen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sollte nie vergessen werden, dass es eben nicht schwule, wei\u00dfe cis-M\u00e4nner waren, die in der Nacht zum Samstag, den 28. Juni 1969 im \u201eStonewall Inn\u201c auf der Christopher Street in New York den ersten Widerstand der queeren Community gegen eine willk\u00fcrliche und gewaltt\u00e4tige Razzia der Polizei angef\u00fchrt haben, sondern lesbische, zur Gruppe der Black and People of Color geh\u00f6rende trans*-Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00e4mpft nicht gegeneinander, sondern miteinander. Seid nicht diskriminierend innerhalb der queeren Community, sondern seid solidarisch mit allen Menschen der queeren Community. Damit die Frage, ob diese Community wirklich existiert, in Zukunft nicht mehr gestellt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur eine starke, solidarische queere Community kann im Kampf f\u00fcr Akzeptanz und Gleichberechtigung erfolgreich sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Menschen m\u00fcssen so sein k\u00f6nnen, wie sie sind. Die Liebe zwischen zwei oder selbstverst\u00e4ndlich auch mehreren Menschen und das Leben der eigenen geschlechtlichen Identit\u00e4t nehmen anderen Menschen nichts weg und sie tun ihnen nicht weh. Solange das nicht \u00fcberall auf der Welt akzeptiert wird, ganz besonders in den mehr als 70 L\u00e4ndern, in denen Homosexualit\u00e4t immer noch strafbar ist, aber nat\u00fcrlich auch hier in Deutschland, muss die queere Community immer wieder daf\u00fcr k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke an alle, die sich diesem Kampf heute angeschlossen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dieser Seite sind die Redebeitr\u00e4ge zum Tag der Queer Pride Dresden in schriftlicher Form ver\u00f6ffentlicht. Antifaschistische Initiative L\u00f6btau Liebe Queers und liebe Allies aller Farben!Liebe Demonstrierende, liebe Freund:innen, liebe Genoss:innen!Wir von der AIL wollen unseren Redebeitrag dem Zusammenhalt unter FLINTA widmen.Im Englischen gibt es daf\u00fcr den sch\u00f6nen Begriff Sisterhood. Ein Wort f\u00fcr feministische Solidarit\u00e4t <a href=\"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/redebeitraege\/\" class=\"more-link\">&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">  Redebeitr\u00e4ge 2021<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-205","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=205"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":460,"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/205\/revisions\/460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}