{"id":1778,"date":"2025-06-19T17:01:38","date_gmt":"2025-06-19T15:01:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?page_id=1778"},"modified":"2025-06-19T17:01:38","modified_gmt":"2025-06-19T15:01:38","slug":"kuzynka-drezno-abtreibungsrechte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/kuzynka-drezno-abtreibungsrechte\/","title":{"rendered":"Kuzynka Drezno: Abtreibungsrechte"},"content":{"rendered":"\n<p>Reproduktive und LGBTQ+-Rechte sind untrennbar miteinander verbunden. Dass dies so klar formuliert werden muss, liegt daran, das Abtreibungen im \u00f6ffentlichen Diskurs h\u00e4ufig als &#8222;Frauenthema&#8220; abgetan werden. Noch dazu ein Thema, dass nur heterosexuelle Frauen betreffen w\u00fcrde. Doch dem m\u00fcssen wir uns bestimmt entgegenstellen. Denn Reproduktive Gerechtigkeit umfasst nicht nur Schwangerschaftsabbr\u00fcche, sondern auch das Recht am eigenen K\u00f6rper, Verh\u00fctungspolitik, Familien- und Rollenbilder, Reproduktionstechnologien und vieles mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forderung nach reproduktiver Gerechtigkeit wurde urspr\u00fcnglich von Schwarzen Feminist*innen und Feminist*innen of Color entwickelt, die ihre Anliegen im \u00fcberwiegend wei\u00dfen Mainstream-Feminismus nicht vertreten sahen. Sie kritisierten den einseitigen Fokus auf Schwangerschaftsabbruch und betonten das Recht, sich nicht nur gegen, sondern auch f\u00fcr das Kinderkriegen entscheiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Loretta Ross, Mitbegr\u00fcnderin der Frauenorganisation Sister Song ist zentrale Vordenkerin des Konzepts. Sie definiert reproduktive Gerechtigkeit folgenderma\u00dfen: Erstens das Recht, Kinder zu haben, zweitens das Recht, kein Kind zu haben, drittens das Recht, Kinder unter sicheren und gesunden Bedingungen aufziehen zu k\u00f6nnen, sowie viertens als sexuelle Selbstbestimmung f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Und genau diese Forderungen sind eng verkn\u00fcpft mit der Lebensrealit\u00e4t und den Forderungen queerer Menschen. Denn wir sind &#8211; gerade wenn es um reproduktive Rechte geht &#8211; vielen Schwierigkeiten und gezielter Diskriminierung ausgesetzt. Begonnen beim Misgendering und aufdringlichen Fragen in der gyn\u00e4kologischen Praxis, \u00fcber das Absprechen der Entscheidungskompetenz bei Sterilisationswunsch bis hin zur fehlenden finanziellen Unterst\u00fctzung bei Kinderwunschbehandlung oder H\u00fcrden bei der Adoption.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden ist es so schwer Gyn\u00e4kolog:innen zu finden, die sensibilisiert sind f\u00fcr reproduktive und LGBTQ+-Rechte. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Bezug auf Schwangerschaftsabbr\u00fcche setzen wir &#8211; Kuzynka Drezno &#8211; uns als solidarisches Unterst\u00fctzungsnetzwerk ein, um Menschen aus Polen Zugang zu sicheren Abbr\u00fcchen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar ist auch hier in Deutschland die Gesetzeslage weiterhin inakzeptabel und eine Reform l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, allerdings ist die Situation in Polen aktuell noch restriktiver. Dort kam es zuletzt im Oktober 2020 zu einer Versch\u00e4rfung der Gesetzeslage, als unter der PiS-Regierung das polnische Verfassungsgericht ein nahezu komplettes Abtreibungsverbot verh\u00e4ngte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dadurch ist in Polen nicht der Abbruch, sondern die Unterst\u00fctzung illegal. Das kann alles umfassen, von der Durchf\u00fchrung durch \u00e4rztliches Personal bis zur Terminvereinbarung durch eine Freundin. Nach der Parlamentswahl 2023 hatten wir gehofft, dass sich die Gesetzeslage zum positiven ver\u00e4ndert, jedoch ist dies bisher nicht eingetreten. Erst im Juli letzten Jahres lehnte das Unterhaus eine Lockerung ab. Ganz aktuell wurde nun der rechtspopulistische und der PiS nahestehende Nawrocki zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Zwar \u00fcberstand Tusks Regierung das Vertrauensvotum, jedoch sind die weiteren Entwicklungen in der polnischen Politik unklar.<\/p>\n\n\n\n<p>Die queerfeministischen K\u00e4mpfe in Polen, Deutschland und der ganzen Welt m\u00fcssen also weitergehen, um unserem Ideal von reproduktiver Gerechtigkeit n\u00e4her zu kommen. Denn alle verdienen das Recht auf k\u00f6rperliche Autonomie, auf Gesundheitsversorgung und auf die Entscheidung, ob, wann und wie Kinder gezeugt werden wollen, ohne unangemessene Einmischung des Staates. Reproduktive Gerechtigkeit erfordert somit grundlegende gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, hin zu einem Miteinander frei von Klassenherrschaft, Sexismus und Rassismus.<\/p>\n\n\n\n<p>My Body, my Choice!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reproduktive und LGBTQ+-Rechte sind untrennbar miteinander verbunden. 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