{"id":1076,"date":"2024-03-12T15:48:31","date_gmt":"2024-03-12T13:48:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/?page_id=1076"},"modified":"2024-03-12T15:48:31","modified_gmt":"2024-03-12T13:48:31","slug":"menschen-kann-man-nicht-verbieten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.queerpridedd.org\/index.php\/menschen-kann-man-nicht-verbieten\/","title":{"rendered":"Menschen kann man nicht verbieten!*"},"content":{"rendered":"\n<p><em>* Mit dem Schreiben zum Verbot geschlechterinklusiver Sprache mit Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt in s\u00e4chsischen Schulen bef\u00f6rdert das Kultusministerium die Unsichtbarkeit von trans, nicht-bin\u00e4ren und queeren Menschen \u2013 mit weitreichenden Folgen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Geschlechtliche Vielfalt ist Realit\u00e4t, auch in Sachsen. L\u00e4ngst kennt nicht nur das deutsche Personenstandsrecht mehr Geschlechtsoptionen als \u201em\u00e4nnlich\u201c und \u201eweiblich\u201c. Die geschlechterinklusive Sprache mit Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt und geschlechtsneutralen Bezeichnungen bezieht alle Geschlechter ein. Darauf weist auch der Duden hin. Wer geschlechterinklusiv schreibt und spricht, erkennt die Lebensrealit\u00e4ten von trans, nicht-bin\u00e4ren und queeren Menschen an und sorgt daf\u00fcr, dass \u00fcber diese Lebensrealit\u00e4ten \u00fcberhaupt gesprochen werden kann. Sichtbarkeit bedeutet, die Menschenrechte ernst zu nehmen und Diskriminierungen abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Verbot des s\u00e4chsischen Kultusministeriums ignoriert, dass sich Gesellschaft und ihre Sprache ver\u00e4ndern. So wird Inklusion verhindert, weit \u00fcber den Bereich der geschriebenen Sprache in Schulen hinaus. Das s\u00e4chsische Kultusministerium hat erst im Fr\u00fchjahr 2023 als Reaktion auf einen queerfeindlichen Antrag der AfD darauf hingewiesen, dass gem\u00e4\u00df Bundesverfassungsgericht sogenannte \u201esexuelle Minderheiten\u201c nicht diskriminiert werden d\u00fcrfen. Mit dem Erlass st\u00fctzt das gleiche Ministerium nun aber cis-heteronormative Auffassungen, wie sie auch in von konservativen und rechten Kr\u00e4ften postuliert werden. Sie diffamieren sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als \u201eunnat\u00fcrlich\u201c oder \u201ekrank\u201c und unterstellen, Feminist*innen und queere Aktivist*innen w\u00fcrden Sprech- und Denkverbote erteilen \u2013 das Verbot aber kommt aber von einem Ministerium, das mit dem Erlass allgemeine Pers\u00f6nlichkeitsrechte verletzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn aus der rechtlichen Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt, dem kommenden Selbstbestimmungsgesetz und dem Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes folgt, dass eine geschlechterinklusive Sprache nicht verboten werden darf. Trans, nicht-bin\u00e4re und queere Menschen existieren. Sie sind kein \u201eModetrend\u201c. Ihre Lebensrealit\u00e4ten sind real, aber ihre Anliegen bleiben oft ungeh\u00f6rt. Trans- und Queerfeindlichkeit sind real. \u00dcbergriffe und Anfeindungen nehmen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprache ist Macht. Sprache schafft Sichtbarkeit. Wo allgemein geschlechterbezogen formuliert wird, m\u00fcssen alle Geschlechter einbezogen sein.&nbsp; Das Verbot behindert die gleichberechtigte Teilhabe von trans, nicht-bin\u00e4ren und queeren Menschen und bef\u00f6rdert soziale Isolation. Es best\u00e4rkt diejenigen, die das Lebensrecht und konkrete Bedarfe dieser Menschen weiterhin ignorieren. Es bef\u00f6rdert den Hass, der das demokratische Miteinander bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schreiben ist kein Gesetz. Wir erachten es als nicht verfassungskonform.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ignoriert es!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Menschen kann man nicht verbieten!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>* Mit dem Schreiben zum Verbot geschlechterinklusiver Sprache mit Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt in s\u00e4chsischen Schulen bef\u00f6rdert das Kultusministerium die Unsichtbarkeit von trans, nicht-bin\u00e4ren und queeren Menschen \u2013 mit weitreichenden Folgen. 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